Auch im Winter gibt es viele essbare Pflanzen zu finden. Aber wo und wie?
Diese Tage bin ich einfach losgezogen und habe mal geschaut, was ich finden werde.
Ich habe mich nicht vorbereitet und die Gegend vorher nicht erkundet.
Es ist die agrarkultivierte Landschaft direkt vor meiner Haustür und dem naheliegenden Wald, der sehr forstschaftlich benutzt ist.
Theoretisch gibt es auch im Winter einiges zu finden. Aber nur wenn man wirklich hinausgeht und wirklich sucht, kann man es lernen. Es genügt nicht, viele Pflanzen zu kennen, man muss sie auch vor Ort finden können. Das ist nicht immer so einfach wie es sich anhört.
Probiert es aus, nur durch eigene Erfahrung und Beobachtung lernt man.
Wie geht man vor?
- zuerst schließt man Hundeautobahnen aus
- Feldränder haben oft schönste Wildpflanzen, sollte man aber meiden, weil Gespritzt
- Abgestorbene obere Pflanzenteile können schon ein Anzeiger für neue Jungpflanzen sein
- Grobe Regel, überall wo grün wächst, kann auch etwas essbares dabei sein
- Geschützte Flächen wie Heckenränder oder Waldränder sind meist vielversprechend.
Der Ausgangspunkt
Dieser Weg ist eine große Hundeautobahn und Sammeln am Rande ist hier unmöglich.
Weiter hinten kommt der Wald davor noch einige Hecken und Bäume.
Kurze Zeit später kommt ein kleines Heckenwäldchen. Hier könnte was sein.
Ein guter Ort zu Schauen sind auch diese alte Bäume rechts. Aber zu dicht am Feld und den Hunden.
Am Boden fand ich nichts. In den Hecken nur noch sehr kleine verschrumpelte Hagebutten, die nicht mehr verwendbar waren und ungeniesbare Ligusterbeeren.
Ich ging weiter zur langen Heckenpfanzung.
Auch hier fand ich leider nichts nichts
Hier ein Hohlweg. Das kann ertragreicher sein.
Alte Brennnesselstängel. Solche Stellen unbedingt anschauen. Da kommt schon Neues.
Tatsächlich, aber zu klein zum Mitnehmen. Dart gab es auch noch in sehr kleinen Mengen und Größe Nelkenwurz und Wiesenlabkraut. Auch hier konnte ich nichts mitnehmen.
Der Hohlweg selbst war wie aufgeräumt. Hier gab es nichts, nicht einmal das Scharbockskraut.
Von der Hohle ging es Richtung Wald. Hier sollte es doch besser sein.
Vor dem Wald kam noch eine Hecke im Tal mit mehr Windschutz. Die Schlehen Hagebutten und Weissdornbeeren waren leider schon nicht mehr da. Aber größere Brennnesselflächen am Boden. Leider noch sehr klein.
Am Waldrand gab es noch eine Wiese und ein kleiner Bach.
Hier gab es viele kleine Brennnesseln, einige Spitzwegeriche und Gänseblümchen.
Ganz selten ein Labkraut.
Wiesenlabkraut, auch sehr klein
Vor dem Waldrand lauter Brennnesselstängel, aber nichts wirklich Essbares
Gleich nach dem Wald kam eine wilde Freifläche mit vielen abgestorbenen Pflanzen, wie die Karde, Weidenröschen , Disteln u.a.
Junges Weidenröschen. Kann man leicht finden unter den abgestorbenen Stängeln
Ich begann Distelwurzeln auszugraben und am Bach konnte ich sie gleich vor Ort auswaschen.
Zuhause habe ich sie versuchsweise als Wurzelgemüse gekocht. In Salzwasser etwa 15- 20 Minuten. Innen hatten sie einen holzigen Strang. Aber den kann man abnagen und essen. Es schmeckt nussig.
Weiter im Wald
Obwohl ich nicht in einer besonders kalten Region lebe, ist die Vegetation im Februar noch sehr zurückgezogen. Auch im kultiviertem Wald.
Ich fand nur einige kleine Goldnesseln, junge Erdbeerblätter, Scharbockskraut, junger Waldziest und viele Haselnusskätzchen am Waldrand.
Gold oder Silbernessel
junge Erdbeerblätter
Waldziest
junges Scharbockskraut
Fazit
Ich konnte keine Pflanzen für Salat oder Gemüse mit nach Hause nehmen. Es hat sich nicht gelohnt.
Die Artenvielfalt durch die Agrar und Forstwirtschaft ist leider sehr stark zurückgegangen. Man muss immer länger, zum Teil mit dem Auto oder Fahrrad zu den weiter entlegenen Sammelstellen fahren.
Der Februar scheint generell ein schwieriger Monat für Wildpflanzen sein. Noch im Denzember, Anfang Januar habe ich noch viel mehr Früchte an den Sträuchern gesehen und mehr essbares Grün.
Ich bin mir aber bewusst, dass es andere Plätze gibt, die ertragreicher sein werden. jede Stelle ist anders.
Viele Pflanzen die jetzt schon da sind, habe ich nicht einmal gesehen. aber es gibt sie. Ich werde bald, noch in diesem Monat, an anderer Stelle wieder losziehen und hoffentlich auch richtig fündig werden.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen