Freitag, 22. April 2016

SUP - Stehpaddeln

Schon längere Zeit haben meine Frau und ich das Interesse am Surfen gefunden.
Da aber das Wellenreiten nicht immer und überall möglich ist und auch das Windsurfen uns nicht reizt, habe ich mich für das Stehpaddeln entschieden.
Denn dass kann ich fast immer und überall machen. Vor allem, da wir mehrere Flüsse in der direkten Umgebung haben.
Aus Platzgründen haben wir uns für ein aufblasbares SUP- Board entschieden, So kann man es gut transportieren und aufbewahren.
SUP ist die Abkürzung für Stand up paddling.

Heute haben wir es zum ersten Mal ausprobiert. Das Aufblasen und die Vorbereitungen dauern etwa 20 Minuten. Jetzt weiß ich wie alles funktioniert und kann nun auch nach Feierabend sofort an den Neckar und loslegen.


Ich wollte ein gutes Allroundboard und habe mich für das JP Australia Allround Air entschieden.
Damit will ich Flusswanderungen machen, Bergseen, unruhigere Flüsse, am Mittelmeer, Nordsee usw. paddeln und Wellenreiten auf kleineren Wellen.
Das Board kostet mit Paddel und Boardleash etwa 900€. Es gibt natürlich auch günstigere, hängt auch immer vom Einsatzbereich ab. Ein guter Neopren Anzug gibt es auch ab 80€ aufwärts. Aber das ist es wert. Ich durfte heute schon im Neckar baden und habe es kaum gemerkt.Der Anzug wärmt sehr gut.

Ausgepackt sieht es dann so aus





Das Board ist 254cm lang und hat 204L Volumen.und wird mit 1 bar aufgepumpt. Das geht recht schnell. Das Volumen ist deswegen wichtig, den je mehr Gewicht der Fahren hat, desto mehr Volumen braucht man. Und für Mehrtagestouren möchte ich ja auch noch Gepäck mitnehmen. Dafür gibt es das Spannnetz wie man auf dem Bild sieht.

Hier nun einige Bilder vom Fahren. Es hat Suchtpotential.

zum Einstieg tragen





ein Bad gehört manchmal dazu




meine Frau hat auch viel Spaß dabei


Das ist  unser neues Hobby, mit dem wir noch viel erleben werden. Bald kaufen wir ein zweites, günstigeres Board, damit wir beide gleichzeitig loslegen können.
Jetzt heißt es für uns üben und trainieren. Geschwindigkeit, Balance usw.






Montag, 29. Februar 2016

Wildpflanzenbücher für Einsteiger

Die Zahl der Pflanzenbücher geht ins Unendliche. Oft kann man sich, besonders als Laie, schon gar nicht mehr entscheiden, welches Buch das Richtige ist.

Als Gärtner und Wildpflanzenliebhaber kaufe ich mir immer wieder gerne mal ein Pflanzenbuch und ich weiß nicht genau wie viele ich überhaupt besitze. Schön anzusehen sind die Bücher immer und manchmal auch nicht ganz billig.
Ich möchte hier mal versuchen, für Einsteiger eine Hilfe durch den ganzen Dschungel der Kräuterbücher zu geben.

Das Wichtigste zuerst!
Das eine Buch für alles gibt es nicht. Mit einem Buch kommt man nicht aus. Besonders wenn man tiefer in die Welt der essbaren Pflanzen eintauchen will.

Die Bücher die ich heute aufzeige sind aber so aufgebaut, dass man sie schon fast alleine nutzen kann.
Ich habe einige wenige Bücher ausgewählt, die sehr verständlich sind und auch Rezeptvorschläge haben.
Reine Wildkräuterkochbücher werde ich noch vorstellen.
Mein wichtigstes Kriterium für die Bücher, die ich mir zulege ist, ob ich sie auch in der Praxis gut anwenden kann und sie gut verständlich sind. Ich habe auch speziellere Bücher, die erwähne ich hier aber noch nicht.

Tipps für den Buchkauf

  • Wichtig ist, keine Angst vor den Pflanzen haben, sehr offen an das Thema rangehen.
  • Ein gutes Pflanzenbuch hat auch ein sehr informatives Einleitungskapitel, das viel über die Pflanzen, Sammeln, Verwendung, Inhaltsstoffe, Geschichte usw. erklärt. Ich habe schon Bücher nur wegen dem Einleitungsteil gekauft, weil er so informativ war. Der Pflanzenteil ist ja in vielen Bücher sehr ähnlich.
  • Die Bilder müssen gut erkennbar sein, aber es muss auch klar sein, dass ein Bild nicht alle Einzelheiten einer Pflanze zeigen kann. Und vor allem auch nicht jedes Stadium des Wachstums. 
  • Darum ist es auch wichtig, das der botanischen Namen der Pflanze dabei steht. So kann man immer noch in anderen Quellen oder Bücher die Pflanze noch näher betrachten.
  • Viele Bücher sind inhaltlich im Pflanzenteil fast identisch. Dadurch kaufe ich nur noch Bücher, welche für mich neue oder seltene Pflanzen enthalten.
  • Man fängt mit den Pflanzen an, die man kennt. Später kann man immer nach und nach  1-2 Pflanzen dazu nehmen. Je mehr man sich mit den Wildpflanzen beschäftigt, desto sicherer wird man.
  • Wer sich trotz Bücher sehr unsicher ist, muss unbedingt eine Kräuterwanderung mitmachen. Auch ich mache das sogar ab und zu und lerne immer noch Neues dazu. Man lernt auf diesem Gebiet nie aus.
  • Es gibt immer jemanden im Umfeld der die ein oder andere Pflanze bestimmen und zeigen kann. auch wenn diese Person nichts über die Verwendung der Pflanze weiß.
  • Gute Pflanzenbücher müssen nicht immer teuer sein.

Die Bücher

1.



"Die 12 wichtigsten essbaren Wildpflanzen" von Dr.Markus Strauß  Hädecke Verlag  9.80€ 70 Seiten

Dieses Buch ist ein absolut spitzen Buch. Von der Inhaltlichen Aufmachung her hat der Autor ganz neue Wege betreten. Es ist zur Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen gedacht.

In diesem Buch werden nur 12 Pflanzen beschrieben. Diese aber sehr genau und die Auswahl ist so getroffen, dass die Pflanzen sehr häufig und fast das ganze Jahr bei uns vorkommen und zur Verfügung stehen.
Pflanzen, die uns in Notzeiten immer zur Verfügung stehen.
Auch ist eine Verwechslungsgefahr mit anderen oder giftigen Pflanzen so gut wie ausgeschlossen.
Jede Pflanze wird sehr gut erklärt und es sind mehrere Rezepte pro Pflanze beschrieben. Die Rezepte sind einfach gehalten und sehr gut anzuwenden.
Das Buch enthält auch eine sehr gute Sammeltabelle für das ganze Jahr, wann welcher Teil der Pflanze wie verwendet werden kann.
Sehr interessant ist auch die Vergleichstabelle der Inhaltsstoffen von Wildkräutern zu kultivierten Pflanzen.

2.

"Wildkräuter, Beeren und Pilze" von Eva und Wolfgang Dreyer  Kosmos Verlag  9.95€  174 Seiten

Ich wage die pauschale Behauptung, dass man bei den Büchern des Ehepaar Dreyer nie einen Fehlkauf macht. Sie schreiben sehr gute Pflanzenbücher, mit guten Bildern und Beschreibungen.

Die Einleitung ist sehr informativ mit vielen Tipps und Erklärungen.
Dieses Buch gefällt mir besonders, da der Pflanzenteil in die Jahreszeiten eingeteilt ist. Frühling, Frühsommer, Sommer usw.
Das ist besonders für Neueinsteiger interessant. So muss man sich nicht immer durch alle Pflanzen wühlen, sondern kann ganz gezielt unter der Jahreszeit nachschauen.
Die Bilder sind sehr gut, aber auch da ist nicht immer alles ganz genau erkennbar.
Der Rezeptanteil ist auch wieder sehr groß, mit interessanten Rezepten.

3.

"Wildkräuter finden"  von Christine Schneider  Ulmer Verlag  9.90€  125 Seiten

Dieses Buch nennt sich sogar "Das Wildkräuterbuch für Einsteiger!"
Der Einleitungsteil ist schon eine kleine Kräuterschule für sich. Nach dem Pflanzenteil, der die gängigsten Wildkräuter (etwa 40) beschreibt, kommt noch ein Rezeptteil.
Die geammte Aufmachung dieses kleinen Buches gefällt mir sehr.

4. 

"Was blüht den da?" von Spohn-Aichele  Kosmos Verlag  14.99€  448 Seiten

Das ist ein reines Bestimmungsbuch. Es nennt sich selbst "Das Standardwerk der Blumenbestimmung". Und das ist es auch.
550 Arten werden in 1000 Fotos und Zeichnungen vorgestellt.
Hier werden alle Pflanzen in der Blüte vorgestellt. Dazu gibt es eine gute Einteilung in Farbe, Form, Anzahl der Blütenbläter.
Die Fotos sind sehr scharf und gut erkennbar.

5.

"Wildkräuter und ihre giftigen Doppelgänger" von Eva Dreyer  Kosmos Verlag  9.95€  142 Seiten

Der Titel des Buches spricht schon für sich. Hier werden die möglichen Verwechslungsgefahren aufgezeigt. Auch wieder eingeteilt in den Jahreszeiten. Aber man braucht sich da nicht verrückt machen lassen.


Natürlich gibt es noch sehr viel mehr Bücher und ich werde auch noch einige vorstellen.
Aber mehr halte ich für den Einsteiger zu verwirrend.
Wer die Pflanzen der ersten 3 Bücher erkennen und bestimmen kann, hat schon eine sehr gute Basis an Pflanzenkenntnisse. Hier zählt die Qualität und nicht die Masse.

Das beste Wildkraut ist auch nur das, welches ich auch in der Nähe habe und finde. Es bringt nichts, unzählige Wildkräuter zu kennen, sie aber nicht sammeln kann, weil sie vor Ort  nicht vorkommen.

Wer neu einsteigt beginnt mit den vorhandenen Pflanzen vor Ort.





Sonntag, 28. Februar 2016

Bärlauch sammeln

Heute bin ich mit meiner Frau zum Bärlauch sammeln in einen nahe gelegenen Wald gegangen.
Ich kenne da eine Stelle, welche eine fast unendliche Menge an Bärlauch hat.
Überall im Internet sieht man, wie die Leute schon kräftig am Bärlauch sammeln sind. Ich war da etwas nachlässig.
Abends nach der Arbeit habe ich da auch nicht mehr so die Lust dazu gehabt.

Da ich nicht so oft an dieser Stelle bin, haben wir den Platz nicht sofort gefunden und haben dies mit einer kleinen unfreiwilligen Wanderung verbunden.
Ich musste mir da von meiner Frau so einiges anhören, von wegen Orientierungssinn usw.
Aber egal!
Es hat uns Beiden Spaß gemacht, durch den schlafenden Wald zu laufen und zu sehen, wie die Natur langsam erwacht.
Viele junge Kräuter kommen schon und auch die Büsche schlagen schon aus.
Der Winter ist langsam vorbei. Selbst wenn noch mal ein Rückschlag kommt, kann er nicht lange dauern. Die Anzeichen für den Vorfrühling, Haselnussblüte, Schneeglöckchen usw. sind da.

So ging es los
Im Wald angekommen kam auch gleich ein Bach, das war aber noch nicht die Stelle die ich suchte.
Ganz jungen Bärlauch haben wir zwar  gleich gefunden, aber wir ließen ihn stehen. Er war zu klein und zu wenig. Ich suchte ja meine "Superstelle".

Gleich hinter dem Waldrand

Aronstab 
Wir gingen den Waldrand entlang weiter und fanden eine große Platte mit Schneeglöckchen. Die kamen aber durch Menschenhand dahin, sie sind keine Pflanzen, welche bei uns wild vorkommen.
Aber sie zeigen an, dass der Winter so gut wie vorüber ist.

Schneeglöckchen am Waldrand

 Nach etwa einer halben Stunde kamen wir dann doch an der gesuchten Stelle an, aber es war nicht so, wie ich es erhofft habe.
Der Bärlauch ist da noch ganz jung und klein. Wir waren uns schon einig, dass wir noch eine Woche warten werden. Etwas enttäuscht waren wir schon.

sehr kleiner Bärlauch
Trotzdem hatten wir viel Spaß und nutzten die Landschaft fürs Training.
Es geht dort sehr steil bergab und wir übten Hindernisüberquerung.
Da wir gerne in den Bergen unterwegs sind, nutzen wir jede Gelegenheit zum Üben. Und vor allem, es macht Spaß.




Unten angekommen ging es auch schon gleich wieder hoch. Wir machen das immer sehr schnell. Kondition und Technik auf rutschigem Gelände.




Oben angekommen gingen wir gleich die nächste Schlucht hinunter und da fanden wir auch viel Bärlauch, der auch schon sehr groß war.
Das war natürlich eine inzwischen unerwartete Überraschung für uns und wir begannen sofort mit dem Sammeln.





So kamen wir doch noch zu unserem Bärlauch und morgen beginnen wir mit der Verarbeitung.
Zum Abendessen haben wir schon einiges in den Salat geschnitten, was sehr lecker ist.

Wildpflanzen sammeln ist immer eine schöne Sache. Man ist draußen in der Natur, genießt die frische Luft und kommt kostenlos an die gesunden Schätze der Natur.

Donnerstag, 21. Januar 2016

Neophyten- die zugewanderten Pflanzen

Neophyten sind Pflanzen, die neu oder wieder neu bei uns angesiedelt wurden oder von selbst zugewandert sind. Sie kommen meist aus fernen Ländern.

Es gibt auch sehr leckere Rezepte mit Neophyten, die ich auch hier im Blog habe. Die Verwendung des Japanischen Staudenknöterich ist eine sehr gute Ergänzung in der heimischen Wildpflanzenküche.

In unserer Kultur und Geschichte kommen diese Pflanzen nicht vor, z.B. in den Märchen oder Sagen, den alten Kräuterbüchern und den Berichten aus alter Zeit.
Da liest man nirgends von diesen Pflanzen.
Daher gibt es bei uns auch wenig Wissen über diese neuen Pflanzen und viele haben Angst oder eine große Abneigung vor diesen unbekannten Pflanzen.

Das führt dazu, dass sie meist als giftig und schädlich angesehen werden. Besonders für unsere heimische Natur.

In den unzähligen Heilpflanzen- und  Kräuterbüchern bei uns, und es kommen jedes Jahr viele neue dazu, werden diese Neophyten so gut nie nie behandelt oder erwähnt.
Meist werden  immer nur die altbekannten Pflanzen in den Büchern erwähnt.
Das liegt daran, dass man bei uns fast nichts über diese Pflanzen weiß.

Was sind Neophyten?

Das Wort Neophyt kommt aus dem griechischen neos (jung, frisch) und phythos (Pflanze).

Heute wird dieser Begriff meist auf die neu eingewanderten Tiere und Pflanzen angewendet.
Eingewanderte Pflanzen, die sich inzwischen sehr erfolgreich neben unseren heimischen Pflanzen angesiedelt und verbreitet haben.

Pflanzen sind schon immer gewandert.
Schon in der Steinzeit sind die Wildpflanzen den Menschen gefolgt und auch seit dem ersten Ackerbau haben sich viele neue Ackerunkräuter auf den Feldern angesiedelt. 
In der Eiszeit gab es große Bewegungen der wandernde Pflanzen.
Die Römer haben viele neue Pflanzen aus dem Mittelmeerraum zu uns in den Norden über die Alpen mitgebracht.

Als Neophyten bezeichnet man hauptsächlich die Pflanzen, welche seit 1492 zu uns nach Europa kamen. Seit Christoph Kolumbus auf den Karibischen Inseln gelandet ist.
Die Schifffahrt und die neuen Weltumseglungen haben auch viele neue Pflanzen, Gewürze, Früchte, Getreide, Kartoffeln,Tabak, Kaffee, Kakao, aber auch Tiere und Menschen zu uns nach Europa gebracht.
Durch die Globalisierung und der Schnelligkeit der heutigen Transportmitteln, werden viele Samen, Pflanzen, Insekten, Tiere, in höchster Geschwindigkeit über die ganze Erde verteilt.

Woher kommen unsere Neophyten?

Die meisten Neophyten bei uns kommen aus Nord- und Südamerika etwa 45.8% und aus Asien etwa 45,9%. 20,7% aus Afrika und etwa 5,3% der Pflanzen kommen aus Australien.

Wie kamen sie zu uns?

Die Mehrzahl der Pflanzen wurden zu uns absichtlich mitgebracht. Von Pflanzensammlern, Gärtnern, Botanikern, Missionare, Wissenschaftlern.
Meist wurden sie dann in den botanischen Gärten und Anlagen der Adligen und Reichen als Kuriositäten und Bereicherung angepflanzt. Oft wurden sie auch als Geschenke von anderen Ländern mitgebracht und kamen so in unsere heimischen Gärten.

Es wurde auch versucht, neue Pflanzen als Lebensmittel und Futterpflanzen für Tiere zu etablieren.
Das berühmte Beispiel der Kartoffel, die bei uns eingeführt wurde, und die Bevölkerung sie erst nicht annehmen wollte, kennt jeder. Um die Neugierde zu schüren hat man dann die Felder bewachen lassen.
Der Japanische Staudenknöterich z.B. wurde 1825 als Zier- und Futterpflanze nach Europa eingeführt. Er war gedacht zur Fütterung der Wildtiere. 
Unsere heimischen Tiere haben diesen Knöterich jedoch nicht als Futterpflanze angenommen.
Aber er verbreitet sich ständig über Wurzelausleger munter weiter. 

Noch heute sind überall auf der Welt Botaniker unterwegs um neue Pflanzen zu suchen und ihren Nutzen für uns herauszufinden. Meist sind es dann aber nur Zierpflanzen die bei uns auf den Markt kommen.
So kommt es, dass viele Pflanzen die bei  als Topf- oder Gardenpflanzen verkauft werden, in ihrer ursprünglichen Heimat oft nur "Unkräuter" oder Wüstenpflanzen sind.

Wo wachsen die Neophyten?

Die meisten Neophyten wachsen bei uns an Standorten, wo die heimische Flora durch Umweltverschmutzung oder Baugelände verdrängt wurde.
Auf verschmutzen Gelände, das verdichtet wurde durch Baumaschinen, salzhaltigen, öligen oder verseuchten Böden usw.
Das sind oft gute Bedingungen für die Neophyten, die sie in ihrer Heimat als Standort vorfinden.

Generell kann  man auch sagen, dass da wo bei uns die Natur völlig intakt ist auch keine oder so gut wie keine Neophyten vorkommen.
Je besiedelter und verbauter und verschmutzter eine Landschaft ist, desto mehr besteht die Möglichkeit, dort Neophyten zu finden.
Weitere gute Standort für Neophyten sind Bahngleise, Industrie und Bahnhofgelände, Steinbrüche, unter Brücken, Straßenränder, Schottergelände, wo starke Erdbewegungen stattgefunden haben und wo stark in die heimische Natur eingegriffen wurde.
Wo karge Böden sind, die wir auch in Halbwüsten vorfinden.
Orte, an denen die heimischen Pflanzen oft stark verdrängt wurde.

Schwarze Listen

Inzwischen gibt es in vielen Ländern und Kontinenten schwarze Listen über die neu zugewanderten Pflanzen.
Sie werden meist mit sehr großem Aufwand bekämpft. die Kosten für Spritzmitteln und andere Maßnahmen dazu gehen in die Millionen. Der Erfolg zur Vernichtung der Pflanzen ist im Vergleich zum Bekämpfungsaufwand sehr gering.
Mit Feuer, Planierraupen, Unmengen an Spritzmitteln und altbewährte Handarbeit wird weltweit gegen die Neophyten vorgegangen. Und doch verbreiten sie sich immer weiter.
Es scheint ein Kampf gegen Windmühlen zu sein.
In vielen Ländern gibt es sogar eine Meldepflicht, um Neophyten den Behörden zu melden und sogar ein Anbauverbot von bestimmten Neophyten in den Gärten. 
In Deutschland geht es dabei hauptsächlich um den Riesen- Bärenklau, der bei uns auf den ersten Rang der "schlimmen" Neophyten steht.
Danach kommen dann aber schon der Staudenknöterich und das Indische Springkraut.

junger Staudenknöterich

Einige bekannte Neophyten bei uns in Deutschland



Kanadische Goldrute

Kleinblütiges Franzosenkraut

Essigbaum

Scheinakazie/ Robinie

die Akazien können zu richtigen Wäldern werden

Kirschlorbeer

Kartoffelrose

Schmetterlingsstrauch



verblühter und austreibender Flieder




Das ist jetzt nur eine kleine und für die meisten eine sehr bekannte Auswahl an Neophyten.

Wer den Essigbaum oder einen Flieder im Garten hat, weiß über ihre sehr aggressiven ständigen Auslegern und Verbreitung bescheid. Ständig muss man mit dem Spaten hinterher sein, um die Ableger ausgraben und entfernen.

Viele der neuen Pflanzen werden in den Gärten und Parks gepflanzt und sie verbreiten sich auch nicht unkontrolliert. Da gehören zum Beispiel der Kirschlorbeer, die Kartoffelrose, Der Schmetterlingsstrauch, die Thuja uva. dazu.
Die Kartoffelrose, deren großen Hagebutten wir genauso verwenden können wie die heimischen Hagebutten, wird sehr oft in öffentlichen Anlagen und Parks und auchin Wildhecken gepflanzt.

Weitere bekannte Neophyten:

Der Portulak, die Luzerne, Tobinambur, Nachtkerze, Strahlenlose Kamille, Götterbaum, Gartenkresse, Fuchsschwanz, Persischer Ehrenpreis, Klatschmohn, Späte Traubenkirsche, Mahonie, indische Scheinerdbeere, Ambrosia uvm.

Dieses Thema ist hochinteressant und so vielfältig, so dass ich heute nur mal eine grobe Übersicht darüber schreibe. Ich werden noch weitere Berichte darüber veröffentlichen.

Montag, 4. Januar 2016

Spartipps 5

Nun ist es mal wieder Zeit für einige Spartipps. Das Internet ist ja voll mit lauter Seiten und Ratschläge über das Sparen.
Das ist ja nichts Schlechtes, wenn sie auch wirklich angewendet werden. Zumindest so, wie es jeder auf seine Möglichkeiten anwenden kann.
Ich halte mich nur an praxisnahen Methoden.

Durch einen genügsamen Lebensstil waren wir auch letztes Jahr wieder in der Lage, einiges zur Seite zu legen und mehrere Reisen und Kurzurlaube und viele andere Dinge für uns drin waren.
Mein schöner Urlaub nach Kanada zum Beispiel.
Reisen und Kurzurlaube wollen wir wieder häufiger angehen. Das gehört zum einfachen Leben einfach dazu.
Aber nicht nur dafür ist es wichtig, Geld beiseite legen zu können.
Hier erzähle ich mal, wie wir es handhaben.

Der unbarmherzige Januar

Für viele ist der Januar ein sehr harter Monat, weil da meistens viele Versicherungen und Abgaben auf einmal kommen. Bei manchen geht oft das ganze Weihnachtsgeld dafür drauf und bei vielen rutscht in diesem Monat das Konto ins Minus.

Das muss nicht sein!
Jeder weiß, dass dieser Zeitpunkt der Abgaben immer wieder pünktlich kommt. Für niemanden ist es eine große unvorhergesehene Überraschung. 

Wir haben unsere Versicherungskosten usw. zusammengezählt und diese Kosten in 12 Monate aufgeteilt. Jeden Monat legen wir in einen Umschlag diesen zwölften Teil bar hinein. 

Im Januar, wenn diese Kosten abgebucht werden, zahlen wir damit das Geld sofort bar in der Bank wieder ein. 
Auch Versicherungen und Beiträge, die man nicht im Januar bezahlt haben wir da hineingerechnet und bezahlen sie, wenn sie anfallen.

Dieses Jahr hatten wir sogar Glück und es war mehr Geld im Umschlag als die Versicherungskosten.
Dieses Geld kommt dann in unsere Urlaubs- und Sonstiges Kasse.

Mit dieser Methode erleichtert man sich vieles. 
Wer sein Konto deswegen überziehen muss, bezahlt nicht nur Zinsen, sondern muss ständig mit dem Minus auf dem Konto kämpfen. Denn es gibt ja noch weitere Fixkosten und Sonstiges, die jeden Monat bezahlt werden müssen.

Die Urlaubskasse

Gleich jeden Monatsanfang zahlen wir einen festen Betrag in unsere Urlaubskasse hinein. 
Diese Disziplin muss sein. Tut man das nicht, wird nicht viel übrig bleiben.
Jedes Geld das man sparen will, muss man gleich zu Beginn des Monats zur Seite legen und es nur in wenigen Ausnahmen antasten.
Bekommen wir durch Zufall irgendwo etwas Geld dazu, legen wir es meistens zur Urlaubskasse dazu, z.B. das Weihnachtsgeld oder den Lohnsteuerausgleich.

Die Erfahrung zeigt, dass am Ende des Monats fast nichts mehr zum Sparen übrig bleibt. Es ist Illusion zu glauben, man bringt genug zur Seite, wenn man bis Monatsende wartet. 

Das Geld, welches man gleich zu Monatsanfang zur Seite legt, wird nicht mehr zur Haushaltskasse dazugerechnet. Wir müssen mit dem übrigen Geld alle andere Kosten, Miete, Lebensmittel, Kleidung usw. bezahlen. 

Weitere Kassen

Eine weitere Kasse ist unsere Rentenkasse. Auch da kommt jeden Monat ein fester Betrag hinein. Etwa den, den ich jetzt für einen Riesterbeitrag zahlen müsste.
Da Riester ein großer Betrug ist, habe ich natürlich keinen abgeschlossen. Aber aus Spaß legen wir diesen Betrag zur Seite, der ja sowieso abgezogen würde, wenn ich einen hätte.
Das tut nicht weh und das Geld ist nicht verloren.
Ab und zu tasten wir es auch an. Es ist immer ein guter Notgroschen für uns. Aber zu großzügig sind wir damit auch nicht, sonst ist ja der Spareffekt dahin.

Einen ganz kleinen Alibibetrag lassen wir jeden Monat gleich aufs Sparbuch überweisen. Dieses Geld ist für den Urlaub oder sonstiges verwendet. Aber dieser Betrag ist gering.

Diese Kassenmethode hat den Vorteil, man hat sein Geld jederzeit zur Verfügung und der Staat kann nicht ran.

Taschengeld. 
Wie ich schon in einem vorherigen Spartipps Beitrag erwähnt habe, bekommt jeder von uns jeden Monat einen festen Betrag als Taschengeld. So hat jeder von uns noch seine eigene Kasse.
Diese Methode hat sich sehr bewährt und man überlegt sich sehr gut, was man kauft und was nicht. 
In der Regel bleibt jeden Monat noch Geld davon übrig. 
Meine Frau und ich stehen immer im Wettkampf, wer es schafft, aufs Jahr über mehr Geld durch das Taschengeld zu sparen.
Kleine Städtereisen wie nach London oder Paris etc. sind durch das gesparte Geld immer drin.

Zinsen und Inflation

Ich höre oft, das Geld zuhause bringt keine Zinsen und das Geld ist nur auf der Bank sicher.

Die Zeit, wo man Zinsen für sein Geld bei den Banken bekommen hat, ist schon lange vorbei. 
Daher geben wir unser Geld auch nicht den Banken. Die Gefahr, dass sogar Strafzinsen und Bankenabgaben kommen ist sehr real.
Und solange es noch kein Bargeldverbot gibt, besitzt man auch nur das Geld, was man in den Händen hält.
Die Banken geben mir keinen Zins, so gebe ich ihnen auch nicht mein Geld, um es für großen Profit weiter als Kredite zu vergeben.
Ich habe trotz vielen Gesprächen mit Bänkern und Versicherungskaufleuten  bisher noch keine Möglichkeit gefunden, das Geld sicher und Gewinnbringend anzulegen.

Ich arbeite als Gärtner schwer für mein Geld und reich wird man damit auch nicht. Aber das was ich habe, will ich soweit es geht, unter meiner Kontrolle haben.


Spardisziplin

Die Methode zum Sparen, wie wir sie anwenden, erfordert Disziplin. Aber sie ist uns so ins Blut über gegangen, dass wir es gar nicht mehr anders können und wollen.
Das Haushaltsbuch ist dabei sehr wichtig. Meine Frau führt es sehr konsequent und so haben wir immer den Überblick über unsere Ausgaben. Ab und zu überdenken wir es mal, ob man irgendwo noch einsparen kann. Aber da sind wir derzeit am Limit. Wir sind keine Asketen und wollen auch etwas vom Leben haben.

Das Sparen macht uns Spaß, denn wir wissen das Geld ist ja nicht verloren, sondern es dient uns dazu, unsere Wünsche zu erfüllen. Und davon haben wir noch viele.

Bei einem befreundetem Blog habe ich diese gute Ausführung über ein Haushaltsbuch gefunden. Wer Lust hat kann gerne darin stöbern.  http://www.geldverstehen.de/haushaltsbuch-fuehren/





Freitag, 18. Dezember 2015

Der Sinn von Weihnachten

Es ist ein Fest, dass alle Jahre wieder kommt. Jeder weiß es, aber der jährliche Stress ist groß.
Die Briefkästen sind wieder voll mit Werbung, der Einzelhandel hofft auf große Gewinne. November und Dezember sind die umsatzstärksten Monate im Jahr.
Und der Stromverbrauch zur Vorweihnachtszeit steigt auch sehr stark an.

Es ist auch ein Lichterfest, es soll Licht in die Dunkelheit bringen. Man gedenkt dabei auch an Jesus Christus, der das Licht der Welt ist.

Julfest/ Lichterfest

Auch die Germanen und Skandinavier feierten zu dieser dunklen Jahreszeit das Lichterfest oder Julfest. Ein Zusammenhang zwischen Weihnachten und dem Julfest konnte aber bisher noch nicht bewiesen werden. Auch wenn sie ziemlich zeitgleich liegen.

Aber ich halte es für absolut natürlich und richtig, dass die Menschen im vorchristlichem Nordeuropa das Lichterfest feierten. Das war auch immer die härteste Jahreszeit und besonders auch in Skandinavien ist es im Norden lange dunkel.
Lichter und Feuer brachten da schon immer den Menschen Trost und Hoffnung.
Jeder der schon einmal bei Nacht am Lagerfeuer gesessen hat, kann das gut verstehen.
Ohne Feuer und Licht kann der Mensch nicht leben.

Heute wird bei uns in Deutschland wieder vermehrt das Julfest gefeiert. Das Neuheidentum hat einen großen Zulauf. Diese Leute wollen sich durch das Lichterfest vom Christentum abgrenzen.

Weihnachten

Weihnachten hat einen biblischen Ursprung, man feiert die Geburt von Jesus Christus.
Das Wort Weihnachten kommt in der Bibel aber nicht vor. Das Wort wurde zum ersten mal 1170 für das Fest der Geburt Jesus verwendet.
Es setzt sich zusammen aus der weihe nacht, ( Heilige Nacht), das Wort hat einen indogermanischen Ursprung.
Obwohl es ein christliches Fest ist, kommen doch auch ganz schön viele Menschen ins Schwitzen, welche damit nichts am Hut haben..
Sie feiern Weihnachten, und wissen oft sogar nicht einmal warum. Sie nehmen deswegen viel Hektik auf sich und scheuen keine Mühen, es ihren Lieben recht zu ,machen.

Die Weihnachtsmärkte sind voll mit Menschen, welche wohl sehr selten eine Kirchen von innen sehen. Aber auch der Glühwein oder eine schöne Atmosphäre kann sehr verlockend sein.

Sogar viele Moslems, die bei uns leben freuen sich an dieser Weihnachtsatmosphäre.

Fast überall auf der Welt wird Weihnachten gefeiert. Ob bewusst oder unbewusst, man feiert die Geburt Jesu.
Wie Jesus als Baby die Geschenke bekam, so beschenken sich die Menschen heute auch auf der ganzen Welt.
Leider ist dabei der ursprüngliche Sinn dieses Festes fast völlig verloren gegangen.
Der Hintergrund dieses Festes dient oft nur noch als Kulisse und dies manchmal noch sehr verzerrt.

Der Zeitpunkt der Geburt Jesu

Das Datum der Geburt Jesu ist unbekannt. Es war nicht der 25. Dezember.
Man weiß historisch nur, dass die Volkszählung unter dem römischen Kaiser Augustus wirklich stattgefunden hat, und das Jesus in Betlehem geboren wurde.
Das ist letztendlich auch egal.
Der historische Jesus hat gelebt, das bezeugen auch viele ausserbiblische Quellen und Aufzeichnungen.
Ob er jetzt im Juli, Januar oder Dezember geboren wurde spielt keine Rolle. Auch nicht die Tatsache, dass man sich früher um 7 Jahre vertan  hat bei der Berechnung des Zeitalters der Geburt Christi.

Darüber können wir noch so viel diskutieren und lamentieren, die Fakten stehen da. Wir können nichts ändern.
Bald beginnt das Jahr 2016, das heißt 2016 Jahre nach Christi Geburt.

Und ob jetzt der römischer Kaiser das Datum der Geburt Jesu auf den 25. Dezember legte, weil er Sonnengottanbeter war und der Geburtstag des römischen Sonnengottes auf den 25. Dezember fiel, ist auch egal.

Denn es steht fest:

  • Weltweit feiern die Menschen Weihnachten, die Geburt Jesu, zu diesem Zeitpunkt. Es bringt uns nicht weiter daran zu rütteln, oder deswegen kein 'Weihnachten zu feiern, oder zu sagen, das ist alles nicht wahr.
  • Auch wenn Jesus nicht am 25. Dezember geboren wurde. so wurde er trotzdem irgendwann geboren. Im Grunde spielt es keine Rolle, wann genau das war. Ob im März, Juli oder sonst wann. Wichtig ist, er wurde geboren.
  • In den christlich orthodoxen Ländern, wird Weihnachten meist um die Zeit am 6. Januar gefeiert. Auch das ist nicht besser oder schlechter, als ein anderes Datum.
  • Weihnachten ist das Geburtstagsfest Jesu. Auch wenn das Geburtsdatum nicht bekannt ist, feiern wir trotzdem seinen Geburtstag und freuen uns daran.
  • Und wenn wir ehrlich sind, gibt es keinen besseren Zeitpunkt dafür, als die dunkle Jahreszeit, im Zeitraum zur Wintersonnwende. So wie die Tage wieder heller werden und die Natur den Menschen wieder Hoffnung auf mehr Licht und Wärme gibt, so gibt uns auch Jesus Christus, der das Licht der Welt ist, zu Weihnachten wieder Licht und Hoffnung, in dieser dunklen Zeit. Und da meine ich nicht nur die Jahreszeit.
  • Ich freue mich, dass Weihnachten auf das Jahresende fällt. Zu keiner Zeit im Jahr käme eine besser Stimmung dafür auf. Auch wenn die Tatsache der Geburt Jesu wichtiger ist, als das Datum, bin ich trotzdem froh, es nicht im Hochsommer zu feiern. Die sommerliche Wohnung mit Kerzen aufzuheizen ist nicht lustig und hat auch keinen Reiz. 

Der Sinn von Weihnachten

Ohne Weihnachten gibt es kein Oster- oder besser Auferstehungsfest.
Es gab und gibt viele Herrscher und Könige. Sie kommen und gehen und verwesen im Grab.
Einige von ihnen haben sogar großes in der Weltgeschichte bewirkt, das Auswirkungen bis heute hat.
Aber niemand hat solche Spuren hinterlassen, als Jesus Christus.
Er ist der Schöpfer des Himmels und der Erde, des ganzen Universums. Er ist der Geist, der hinter allem steht.
Zu Weihnachten feiern wir die Geburt Jesus Christus. In ihm kam dieser Weltenschöpfer als Mensch auf die Erde zu uns Menschen.
Nichts ist einschneidender in der Weltgeschichte, als die Geburt und der Tot Jesu (Karfreitag).

Die Menschen haben zum großen Teil den Glauben an den einen Schöpfergott verloren und verleugnen oft sogar seine Existenz. Sie leben in der Dunkelheit und schaffen sich neue Götter und Religionen.
Gott kam in seine Welt, die er erschaffen hat und brachte Licht und Hoffnung zu den Menschen.
Gott wurde in Jesus Christus Mensch um uns wieder auf den rechten Weg zu bringen.
Um uns mit seinem Licht, Wort und Wahrheit die Augen zu öffnen und neue Hoffnung und Erlösung zu geben.

Jeder der dies glaubt und annimmt, wird wieder mit dem Geist des Universums, unserem Schöpfergott Jesus Christus vereint und wird ewiges Leben haben.
Er wird Licht und Hoffnung haben, egal wie dunkel und gefährlich es auf dieser Welt ist.


Ich wünsche allen Lesern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!






Sonntag, 13. Dezember 2015

Gegenwehr bei Mobbing

Wenn alle friedlichen Lösungsversuche und Gesprächsangebote wegen den Angriffen, Beschuldigungen und Verleumdungen, welche die Mobber tun, nicht mehr helfen und auch beim Arbeitgeber oder Vorgesetzten nichts gebracht haben, dann weiß man, wie man dran ist.

Mobbing ist Krieg gegen eine Person. Früher hat man einen Streit im Kampf mit Fäusten, Schwertern, Duellen usw. ausgemacht, heute wird er mit unfairen Mitteln, versteckt geführt, wie zum Beispiel beim Mobbing.

Es kann der Friedlichste nicht in Frieden leben, wenn der Andere es unbedingt nicht will.
Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, indem man sich wehren muss.

Wenn man merkt, man wird in seiner Mobbing Situation von "Oben" herab im Stich gelassen und steht praktisch alleine da, dann muss man lernen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Jede Mobbing Situation ist anders, man kann nicht jedes Mobbing 1:1 auf andere übertragen.
Nicht jeder wird und kann genauso handeln, wie andere es tun.

Wenn jemand sich bewusst gegen Mobbing wehrt, lässt er sich auf einen sehr starken Kampf oder besser, Krieg, ein, dem nicht jeder gewachsen ist!

Wer diesen Kampf durchhalten will, muss sich im Klaren darüber sein, dass es Zermürbungskrieg ist, der bis zum Nervenzusammenbruch, bleibende psychische Schäden, Berufsunfähigkeit, Scheidung und sogar zu Selbstmord führen kann.
Man braucht einen guten Freundes- und Bekanntenkreis, der helfen kann und einen guten Ehepartner (wer verheiratet ist), der bereit ist, dies mit durchzustehen.
Eine Ehe oder Beziehung wird in einer Mobbing Situation sehr stark belastet. Dieser Punkt darf nicht unterschätzt werden.

Hier muss ich mich ganz besonders bei meiner lieben Frau bedanken,die mich so gut während dieser Zeit unterstützt hat.

Arten von Angriffen und Tätigkeiten gegen mich

In meiner persönlichen Mobbing Situation hatte ich mit vielen Angriffen zu tun.
Hier einige Beispiele:
  • Sprit im Benzinkanister wurde absichtlich vertauscht, damit mir ein Schaden bei der Maschine passiert. Damit wollte man meine Unfähigkeit beweisen!
  • Viele Arbeitsaufträge, die man mit gab,wurden als ich fertig war bemängelt und beanstandet, so haben wir das nicht gesagt, das ist falsch usw.
  • Betriebliche Informationen wurden mir vorenthalten. Man wollte mir zeigen, ich gehöre nicht dazu!
  • Brauchte ich etwas. wurde mir auch dies öfters vorenthalten, damit ich bei der Arbeit behindert wurde.
  • Insgesamt bekam ich 9 Abmahnungen wegen lauter nicht haltbaren Kleinigkeiten. So wollte man mich zermürben!
  • Ich durfte keine Entscheidungen selbst treffen, durfte nur genau das tun,was mir gesagt wurde. Denn sonst kann wieder eine Abmahnung drohen. So wollte man mich demütigen und jede Fachkompetenz absprechen!
  • Man redete nicht mit mir, nur die Arbeitsanweisungen.
  • und vieles mehr
Etwas mehr als sechs Jahre ging das so.
Ich  merkte nicht sofort, dass ich in einer Mobbing Situation war. Aber als es mir bewusst wurde und der Geschäftsführer mir dies auch deutlich machte, weil er mich zum Kündigen zwingen wollte, war auch mein Kampfgeist geweckt.

Wie wehrte ich mich?

Als ich wegen einer ungerechtfertigten Sache meine erste Abmahnung bekam, ging ich zum ersten Mal zu einem Anwalt und erzählte ihm meine Situation. 
Diese Abmahnung war natürlich in keinem Punkt haltbar und musste zurückgenommen werden. 

Bei diesem Gespräch erfuhr ich auch einiges über die Rechtslage bei Mobbing, wie schwer es ist, dies nachzuweisen, Mobbing Tagebuch usw.

Ich wusste nun, dass ich im Großen und Ganzen doch auf mich alleine gestellt war.
Ein Anwalt kann nur bedingt helfen bei Mobbing. Oder man hat das Glück, einen absolut spezialisierten Anwalt für Mobbing zu bekommen. Das weiß man aber vorher nicht immer.

Ich hatte auch einen sehr guten Freund als Berater, der selbst Unternehmer und Geschäftsführer ist.
Er half mir viel mit Rat und Tat, Verhaltenstipps usw. Ohne ihn hätte ich es wahrscheinlich nicht so lange durchgehalten.

Ich lernte die Angriffe des Gegners für mich zum Vorteil umzuwandeln.

Mobben muss man auch können. Es ist ein Kampf und ein bewusstes Warten auf die Fehler des Anderen. man ist ständig in Alarmbereitschaft und Wachsam. Ein Zustand, der auf Dauer auch zermürben kann.
Hier mal einige Beispiele, wie ich vieles abwehren und für mich nutzen konnte. 
  • Der Benzinkanister. Der Kanister war beschriftet mit dem, was drin ist. Das konnte ich auch so sichtbar nachweisen. Wenn dann der Kanister manipuliert wurde,kann ich nichts dazu.
  • Die Bemängelung meiner Arbeit, so haben wir das nicht gesagt. Mein Anwalt schrieb dazu einen Brief, man solle mir doch die Aufträge schriftlich geben, um Missverständnisse auszuschließen. Besonders auch deshalb, weil ich stark schwerhörig bin. Dies lehnte mein Arbeitgeber bei seiner schriftlichen Antwort ab.
  • Diese Ablehnung war für mich natürlich ein großes Geschenk. So konnte ich praktisch jeden Arbeitsauftrag in den Sand fahren und sagen: So habe ich es verstanden. Das habe ich aber nicht gemacht. Aber man konnte meine Arbeit nicht mehr unberechtigter Weise kritisieren. Das haben sie dann aber auch recht schnell kapiert. Und wenn ich doch mal einen Fehler gemacht habe, konnte ich immer sagen, so habe ich es verstanden. Ich weiß, dass mein Arbeitgeber diese Entscheidung sehr oft bereut hat.
  • Ich durfte nur genau das tun, was man mir sagte. Auch das war ein schwerer Fehler von meinem Arbeitgeber. Jeder der handwerklich arbeitet weiß, dass das nicht geht und es immer Dinge gibt, die dazwischen kommen. Dinge die man vorher nicht sehen kann. So blieb oft vieles liegen, weil ich ja keinen Auftrag dafür hatte. Ich konnte damit gut leben, meine Gegner natürlich weniger gut. Und ich war dabei sogar immer noch im Recht. 
  • Informationen wurden mir vorenthalten. Auch das konnte ich für mich nutzen. Was ich nicht weiß, kann ich auch nicht machen, und auch nicht falsch machen. Hintenherum habe ich schon vieles mitbekommen, aber wenn ich es offiziell nicht weiß, dann geht es mich auch nichts an und muss es auch nicht tun. Ich konnte immer darauf zurück greifen, dass hat man mir nicht mitgeteilt. So war ich aus dem Schneider.
  • Was ich brauchte, wurde mir oft vorenthalten oder versteckt. Das war für mich dann auch ein Spiel und ich lernte viel dabei. Ich dachte immer an McGyver, wie er improvisierte und wurde auch sehr erfinderisch. Und ab und zu habe ich auch das Versteckte gefunden. Brauchte ich dann mal etwas länger für die Arbeit, was durch mein gutes "Training" fast nicht vorkam, konnte ich immer sagen, das etwas wichtiges fehlt,was  man mit eigentlich stellen muss. Auch da war ich wieder im Recht. Dieses Improvisieren brachte mich viel weiter und ich habe dadurch heute noch Vorteile bei meiner neuen Arbeit.
  • Man redete nicht mit mir. Das machte mir wenig aus, da ich gerne alleine bin. Aber ich hörte viel bei anderen Gesprächen zu und konnte dadurch Informationen bekommen, die mir nützlich waren. Auch da lernte ich viel zu Improvisieren und über Hintertüren an Infos zu kommen, gezielte, versteckte Fragen an Kollegen usw.  Eine Fähigkeit, die nie schaden kann.
  • Ich wurde isoliert. Auch das war für mich kein Nachteil, aber man muss damit umgehen können. Ich hatte das Glück, etwa 70% alleine zu arbeiten. Ich hatte mein Fahrzeug und fuhr los. Da ich nur das tun durfte, was man mir sagte, war ich öfters mal unterbeschäftigt. Aber ich nutzte die Zeit zum Lesen, Knoten üben, Wildkräuter sammeln usw. Mir wurde da nie langweilig. Aber ich musste wachsam sein,da jederzeit ein Überwachungsbesuch kommen konnte.
  • Die Abmahnungen. Wegen 2 Abmahnungen ging ich zum Anwalt, bei den anderen habe ich nur eine Gegendarstellung geschrieben und zu den Akten legen lassen. Ich sagte dann auch dem Geschäftsführer, ich nehme diese Abmahnungen gerne, denn sie sind vor Gericht nicht haltbar und sogar, wenn es zur Verhandlung kommt, ein guter Beweis für mich, dass ich ungerechtfertigt behandelt werde. Auf eine Gerichtsverhandlung hat sich mein Arbeitgeber nie eingelassen.

Das liest sich jetzt vielleicht sehr einfach, es war aber auch ein sehr großer Nervenkrieg.
Mir war klar, dass dies nicht auf Dauer so gehen kann. Ich sah diese Sache nur noch als ein Spiel und als ein gutes Training für  mich. 
Ich las natürlich sehr viel über Mobbing und ähnliches und probierte das Gelesene dann auch gerne aus. 
Gesundheitlich war ich dabei nicht immer in guter Verfassung. Dann ging ich wieder zum Arzt oder Neurologe und lies mich krank schreiben.
Da ich öfters mal wegen Krankheit gefehlt hatte, musst ich auch eines Tages zum Vertrauensarzt der Krankenkasse. Ich erzählte da meine Situation und konnte da auch schon einiges vorlegen, so war die Sache sofort klar, dass ich ab und zu eine "Auszeit" brauchte. Das wurde sogar amtlich bestätigt. 
Wieder ein Pluspunkt für mich.

Bei all dem war mir klar, dass ich früher oder später gehen musste. Ich lebte praktisch von Monat zu Monat, Ich sagte mir: "Jeden Monat den ich noch durchhalte habe ich gutes Geld und bin noch nicht arbeitslos. Das Schlimmste was mir passieren kann, ist die Arbeitslosigkeit und das ist kein Weltuntergang".

Ich kämpfte auch deswegen, weil ich einen guten Abgang für mich herausschlagen wollte. Was mir auch gut gelang!

Da ich eine 50% Behinderung habe wegen Schwerhörigkeit, habe ich auch den Integrationsfachdienst eingeschaltet. Das war für mich ein guter und kostenloser Anwalt Ersatz und auch sie standen mir mit Rat und Tat zur Seite. 

Mir war auch klar, dass ich wieder eine Arbeit finden werde. Und wenn alle Stricke reißen, ich mich auf meinen Beruf selbstständig machen kann.
So sah ich für mich immer noch Alternativen.

Ich wünsche niemandem, solche Situationen durchzumachen!