Sonntag, 14. August 2016

Alpiner Basiskurs 2

Jedes Jahr führe ich für meine Sektion des Deutschen Alpenvereins einen 4-tägigen Alpinen Basiskurs durch.
Auch dieses Jahr war ich wieder mit 12 Teilnehmern Anfang Juli im Verwallgebirge für diesen Ausbildungskurs.
Diese Gegend eignet sich sehr gut für solche Kurse, die meisten Gipfel sind unmarkiert und das Gelände für Anfänger bis Fortgeschrittene sehr geeignet.


Die Teilnehmer sind sehr unterschiedlich gemischt von 20 Jahren bis zu 70 Jahren, Männer und Frauen, mit unterschiedlichen Bergerfahrungen und Erwartungen an den Kurs.
Die Ausbildung besteht aus einem praktischen und theoretischen Teil. Wir arbeiten gemeinsam ein etwa 40 seitiges Manuskript durch. Tagsüber gehen wir immer auf Trainingstouren wo wir auch viele Übungen durchführen und abends haben wir ein separates Zimmer für uns, wo wir noch vieles in der Theorie durchgehen, aber am nächsten Tag auch praktisch anwenden werden.

Es ist immer mein Ziel, dass die Teilnehmer alles was im Kurs besprochen wird, auch einmal praktisch geübt oder gesehen haben.
Im Laufe der Jahre habe ich den Alpinen Basiskurs eher in einen Survivalkurs umgewandelt.
Ich versuche immer je nach Wetterlage und vorhandenem Gelände möglichst viele Situationen praktisch durchzuführen, welche beim Bergwandern passieren können.

Dieses Jahr war das Wetter sehr durchwachsen und der Wetterbericht für die ersten 3 Tage war sehr regnerisch und mit Gewitter angesagt.
Laut Wetterbericht war am Aufstiegstag ab etwa 16 Uhr Gewitter und Regen vorhergesagt.
Um etwa 12.30 waren standen wir, nachdem wir ein Stück mit der Seilbahn gefahren sind, an diesem Wegschild.

Ich erklärte gleich am Anfang der Tour welche wichtige Anhaltspunkte uns diese Schilder geben können und besonders wenn Unwetter angesagt sind, die Stundenangaben sehr wichtig sein können.
Laut Wetterbericht hätten wir theoretisch noch ohne Gewitter an der Hütte ankommen können. Das kam dann aber anders. Darauf muss man vorbereitet sein, da Gewitter zwar angesagt werden können, aber niemals der genaue Zeitpunkt.

Diese Zeitangaben sind auch besonders für Gruppen interessant, da man an ihnen feststellen kann, wie schnell die Gruppe ist. Schafft man gemeinsam die angegebenen Zeiten oder braucht man viel länger dazu? So hat man eine gute Richtlinie.

Nach etwa 1,5 Stunden erreichten wir den wunderschönen Wiegensee, wo wir die erste größere Rast machten. Schon bis dahin sahen wir, dass die Wolken sich gewaltig zusammenzogen haben und in unsere Richtung kamen.
Wiegensee

Gewitterfront kommt auf uns zu. Blick vom Wiegensee.
Wir machten nur eine kurze Rast und gingen schnell weiter, da auch schon der erste Donner zu hören war. Kurz danach kamen die ersten Regentropfen. Der Wind und der Regen wurden schnell stärker und wir zogen unsere komplette Regensachen an.
Wir hatten Glück, dass wir nicht im Zentrum des Gewitters waren und es noch ein Stückchen von uns weg war. Und da wir noch beim Aufstieg waren, waren wir in noch einigermaßen sicherem Gelände, auch bei Gewitter. In der Verbellaalpe angekommen, standen schon mehrere Wanderer und Gruppen im Kuhstall der Alpe und auch wir standen dort unter und schauten dem Gewitter zu.

Nach etwa einer halben Stunde war der Regen nur noch sehr schwach und wir gingen weiter. Die Regenklamotten hatten wir noch an und die letzte Stunde zur Hütte wollten wir schnell hinter uns haben.

Bei der Hütte angekommen, kamen wir in winterliches Wetter. Die Tage vorher hat es dort noch öfters noch geschneit.
Schaidsee

die Neue Heilbronner Hütte im Schnee

Der Schaidsee, der auch für die Wasserversorgung der Hütte wichtig ist, war Anfang Juli an vielen Stellen noch mit Eis bedeckt.

Nachdem wir uns in der Hütte eingerichtet hatten, ging es nach dem Abendessen mit der Theorie los.
Zuerst sprachen wir noch einmal ganz gründlich über das Gewitter und wie man sich dabei im Gebirge verhält. Dieses Thema war ja schließlich ganz aktuell.
Danach ging es weiter mit der Ausrüstung, Planung und Durchführung von Bergtouren, Orientierung mit Karte und Kompass. Die Tour für den nächsten Tag wurde anhand der Karte ausgearbeitet.

Der nächste Morgen war sehr verregnet, so haben wir den Theorieteil nach dem Frühstück vorgezogen. Erste Hilfe, Vertiefung von Karte und Kompass, Alpine Gefahren.

Gegen 11 Uhr wurde der Regen schwächer und wir gingen in voller Regenkleidung endlich los.

Der Regen hörte bald auf aber die starke Bewölkung blieb. Die Sichtweite war nicht sehr groß. Uns war klar, dass wir aufgrund des Wetters und der Schneeverhältnisse weiter oben den geplanten Gipfel nicht schaffen werden. Das war aber nicht weiter schlimm. Ich führte die Gruppe voll in die Wolken, um bewusst zu zeigen, welche Situationen am Berg passieren können.

ein Steinmännchen zur Orientierung


Wir übten bei dieser Sicht die Orientierung mit der Karte und Kompass und ein Teilnehmer hatte sein GPS dabei. Aber irgendwann gibt es einen Punkt, wo man mit beidem nicht mehr weiter kommt. Außer man will sich bewusst in Gefahr bringen. Es gab einfach keine sichtbaren Orientierungspunkte mehr. Aber für die Teilnehmer war dieses White out eine völlig neue Erfahrung.

Noch vieles wurde in diesem Kurs geübt.
Begehen von Schneefeldern und Abrutschübungen. Auf Schneefeldern, besonders den Altschneefeldern passieren immer noch die meisten Unfälle beim Bergwandern.
Hier einige Bilder dazu auf dem Weg zur Westlichen Fluhspitze 2473m:


unser Weg zur Fluhspitze

Abstieg vom Gipfel

Aufstieg über eines der vielen Schneefelder

Wir übten Kletterpassagen, Gehen und Wegfindung im weglosen und unmarkierten Gelände, Trittsicherheit auf Geröll, Platten- und Blockgelände und größere Bäche zu überqueren.
Blockgelände


Klettern ohne Seil

Plattengelände

Plattengelände



ein mit Schnee bedeckter Bach. Eine sehr gefährliche Situation

Wir spielten eine komplette Notfallübung durch mit Verletztentransport, Notrufkette, Erste Hilfe, Biwaksack und Verwendung der Rettungsdecke.



Orientierung mit Karte und Kompass:



Die letzten eineinhalb Tage wurde das Wetter besser und wir konnten sogar eine Theorieeinheit im Freien abhalten und noch am nächsten Tag einen weiteren Gipfel besteigen.

unser Weg zum Valschervieler 2696m

kurz vor dem Gipfel

der Abstieg


Der Kurs hat allen Teilnehmern sehr gut gefallen und das etwas schlechtere Wetter war ein Glücksfall für uns. Das Thema Wetterkunde und alpine Gefahren konnte ich an vielen Situationen praxisnah erklären, besser als jede Theorie.

Sonntag, 1. Mai 2016

Überlebensstrategie der Wildkräuter - Warum man "Unkraut" nie losbekommt?

Seit etwa 5000 Jahren gibt es bei uns nördlich der Alpen, seit der Jungsteinzeit, den Ackerbau.
Von Anfang an waren die "Unkräuter" beim Ackerbau ein begleitendes Problem, welches man bis heute noch nicht einmal annähernd behoben hat.

Landwirte und Gartenbesitzer kennen den unerwünschten Dauergast "Unkraut".
Es kommt in den Beeten vor, im Rasen, auf Hofeinfahrten, Äckern, und überall, wo ein Same ein bisschen Halt und Erde findet.


aufgerissene Asphaltdecke

Ehrenpreis in einer Mauerritze

junge Birke in einer Mauerritze
wilde Pflanzen unter einer Mauersims


Selbst in den Kommunen müssen die Straßenrändern vom Unkraut befreit werden und natürlich die vielen Grünanlagen.
In der Landwirtschaft werden riesige Mengen an Herbiziden gespritzt, um die Felder sauber zu halten.



Eine gigantische Spritzmittel- und Unkrautvernichtungsindustrie wurde aufgebaut, die Milliarden von Umsätzen macht. Riesige Summen von Geldern werden in die Forschung und Kauf von Spritzmitteln ausgegeben.

wurde abgespritzt

mit Herbiziden abgespritzt


Und doch, sowie man im Kampf gegen das "Unkraut" nachlässig wird, nimmt es schnell wieder überhand.
Bis heute ist es dem Menschen nicht gelungen, das "Unkraut" wirkungsvoll und dauerhaft zu bekämpfen und zu entfernen.

Es ist, wie es in der Bibel steht:"Dein Erdboden sei verflucht um deinetwillen. Mit Mühsal sollst du davon essen alle Tage deines Lebens und Dornen und Disteln wird er (der Ackerboden) dir sprossen lassen, und du wirst das Kraut des Feldes essen! 1.Mose 3,17-18

Der Mensch mag zum Mond fliegen können, vielleicht sogar zum Mars.
Aber gegen den einfachen Fluch Gottes, die Disteln und Dornen auf dem Acker und unsere Gärten usw. kann der Mensch nichts dauerhaftes ausrichten.

Warum ist das so? Warum lässt sich das "Unkraut" so schwer bekämpfen?

Die Wildkräuter oder "Unkräuter" sind die ersten Pionierpflanzen.
Sowie der Boden von den Menschen aufgebrochen und umgegraben wird, kommen zu allererst die Wildkräuter hervor. 
  • sie breiten sich aus durch Samen, Wurzeln oder Rhizomen.
  • sie sind aggressive, schnell wachsende Überlebenskünstler.
  • sie sind vielfältig, anpassungsfähig und können sich auf widrige Bedingungen rasch einstellen.
  • sie wachsen überall dort, wo sie Nahrung und geeignete Lebensumstände finden.
  • sie wachsen nicht als Monokultur, sondern in Gemeinschaft mit anderen Pflanzen.
  • Sie sind gegenüber Krankheiten, Hitze, Dürre, Wildfrass ... gewöhnlich widerstandsfähiger als Kulturpflanzen.

Die Wildkräuter sind entweder einjährig, ephemer, zweijährig oder mehrjährig.

Die einjährigen: entwickeln sich aus Samen, die in einem Jahr wachsen, blühen, wieder Samen ausbilden und sterben. Diese Samen ruhen im Winter in der Erde.
Dazu gehören z.B. Purpurne Taubnessel, geruchlose Kamille oder die Gänsedistel.

Die ephemeren: durchlaufen in einem Jahr mehrere Lebenszyklen. Die Samen dieser Pflanzen ruhen auch im Winter in der Erde. Im Frühjahr keimen sie aus, die neue Pflanze blüht bildet Samen und stirbt. Dasselbe geschieht noch mal im Sommer und im Herbst, bis die Samen wieder ruhen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Kreuzkraut, Hirtentäschel, Behaartes Schaumkraut und die Vogelmiere.
Die Vogelmiere vollendet ihren Lebenszyklus in etwa 7 Wochen. 

im April schon aussamendes Kreuzkraut
Die zweijährigen:  im ersten Winter ruhen die Samen in der Erde. Im ersten Jahr keimen sie aus, die neuen Pflanzen bilden Nährstoffspeicher, bevor die Blätter absterben. Im zweiten Winter ruhen die Nährstoffen in den Wurzeln, unter der Erde. Im zweiten Jahr bilden sich wieder Blätter und dieses mal auch die Blüten, welche Samen bilden. Dann stirbt die Pflanze. Diese Samen ruhen dann wieder in der Erde.
Dazu gehören z.B. die Klette, Brommbeere und Jakobskraut.

Die mehrjährigen: die Spitze der Pflanze ist abgestorben, die unterirdischen Wurzeln Stengel, Knospen überwintern. Im Frühling beginnt das neue Wachstum, die Pflanze wächst und bildet Blüten und Samen und und die oberirdischen Teile sterben zum Winter hin wieder ab. Dies wiederholt sich mehrere Jahre.
Dazu gehören z.B. Beinwell, Braunelle, Ampfer, Adlerfarn, Giersch.

Vermehrung durch Samen

Viele Wildkräuter, vor allem die einjährigen und ephemeren, vermehren und verbreiten sich rasch durch Samen. Dadurch können sich die Pflanzen schnell auf veränderte Bedingungen einstellen und überleben ungünstige Zeiten, z.B. Dürre besser.
  • die Samen gewährleisten das Überleben der Pflanze in Kälte- und Trockenperioden.
  • sie werden manchmal über große Entfernungen zu einem besser geeigneten Ort transportiert.
  • Samen ermöglichen einen Neubeginn, wenn die Mutterpflanze stirbt oder von einer Krankheit befallen ist.
  • manche Wildkräuter bilden Samen ohne Befruchtung, z.B. Löwenzahn. Hirtentäschel z.B. ist selbstbestäubend.
  • die Samen verbreiten sich auf verschiedene Weisen, über Wind, Wasser, Fell von Tieren, Vogelkot, Ameisen, Menschen, Aufplatzen von Samenkapseln usw.
  • dadurch können die Pflanzen sich über viele Jahre weit großflächig verbreiten und zu weiteren Stellen wandern.
  • viele Samen können oft viele Jahre ruhen und warten, bis sie geeignete Bedingungen zum Keimen und wachsen finden.

Vegetative Ausbreitung der Pflanzen

Viele mehrjährigen Pflanzen vermehren sich auch über Samen, aber meist doch über ihre vegetative Verbreitung.
Die Fortpflanzung durch Samen sichert das Überleben der Pflanze, an anderen Stellen und bei veränderten Bedingungen, für die Zukunft. Das heißt, selbst wenn man die Mutterpflanze entfernt hat, lebt sie trotzdem in den Samen weiter und kann sich weiterhin vermehren.

Die Vegetative Vermehrung sichert das Überleben und die Ausbreitung der Pflanze in der Gegenwart.
Während die Pflanze sich über Ableger, unterirdische oder oberirdische Ausläufer gut und weitreichend ausbreiten kann, ernähren sich die Ausleger von der Mutterpflanze.

Gute Beispiele für die vegetative Verbreitung unterirdisch sind die Quecke, Brennnessel, Giersch, Huflattich, Zaunwinde, Schachtelhalm, japanischer Staudenknöterich.

Beispiele für oberirdische Ausläufer: Kriechender Hahnenfuß, kriechendes Fingerkraut, Vogelmiere, Ehrenpreis.

Mache Pflanzen verbreiten sich auch über Wurzeln, z.B. die Ackerkratzdistel und die Ackerwinde.
Die meisten mehrjährige Pflanzen sind auf dauerhaftes Bleiben eingestellt. Darum sind viele davon in der Lage, sich von kleinsten Wurzelstücken wieder neu zu entwickeln oder bilden tiefe Pfahlwurzeln, wie der Löwenzahn. Durch die Pfahlwurzel können die Wildpflanzen auch noch bei widrigen Bedingungen überleben, weil sie aus der Tiefe noch Nährstoffe ziehen kann.

Auch die Gärtner und Gartenbesitzer nutzen sehr oft die vegetative Vermehrung der Pflanzen, z.B. Teilen von Stauden, Stecklinge, Ableger usw.

Weitere Überlebensstrategien

Viele Wildkräuter überleben selbst unter widrigsten klimatischen Bedingungen und es schadet ihnen auch nicht, wenn man auf sie tritt, oder ein Tier versucht, sie zu fressen. Sie können sogar ihre Gestalt oder Größe verändern, um sich so der Umgebung optimal anzupassen.
Ein weiterer wichtiger Punkt für das Überleben der Wildkräuter sind die winterharten Samen und viele Wildkräuter wachsen sogar den ganzen Winter hindurch weiter. So sieht man oft den ganzen Winter hindurch oft blühende Gänseblümchen und purpurne Taubnesseln.

Pflanzen mit Pfahlwurzeln sind oft noch den ganzen Sommer grün, wenn andere Kulturpflanzen schon halb verwelkt oder braun sind, z.B. die Wegewarte oder der Löwenzahn.
Wegeriche, Gänseblümchen, Löwenzahn gedeihen besser, wenn auf ihnen gelaufen wird. Deshalb findet man diese Pflanzen auch so oft in unserem Rasen und wird sie nicht los.
Wird ein Rasen längere Zeit nicht gemäht, wachsen die Wildkräuter recht schnell in die Höhe, um ans Licht zu kommen, damit sie nicht vom Gras abgewürgt werden. Kann man gut bei Löwenzahn und Wegeriche beobachten.
Andere Pflanzen wie die Winden oder das Kletten- Labkraut ranken sich empor, um in gute Positionen zu kommen.

Die "Unkrautbekämpfung"

Wenn wir jetzt den Lebenszyklus der Pflanzen und ihre Vermehrung- und Überlebensstrategien betrachtet, sieht man, wie schwer es ist, dagegen anzukämpfen.
Es ist uns möglich, das Unkraut einigermaßen einzudämmen, aber niemals ganz loszuwerden. Besonders nicht, wenn wir nachlässig werden.

Ich als Gärtner freue mich besonders über dieses unbändige Wachstum der Pflanzen. So werde ich nie arbeitslos. Die Hecken müssen immer geschnitten werden,der Rasen wächst ständig nach und die Beete müssen auch ständig sauber gehalten werden.
Besonders freut es mich zu wissen, dass letztendlich die Natur immer Oberhand behalten wird, auch wenn sie gerade sehr unter der Umweltverschmutzung und Zerstörung leidet.

Bei der Unkrautbekämpfung muss man die Pflanzen beachten, wie sie wachsen und sich vermehren.
Der Löwenzahn muss tief ausgestochen werden, das Behaarte Schaumkraut kann man meist leicht mir der Hand entfernen. Dem Giersch ist schwer beizukommen, gute Erfolge habe ich dabei aber mit der Grabgabel gemacht,indem ich die Erde lockere und die Wurzeln mühselig auslese.

Die Beete mit Mulch oder Folien abdecken, kann oft auch wirksam sein. Oder die Veränderung der Lebensbedingungen des Standortes, z.B. die Veränderung des ph Wertes, öfters Mähen usw.

Oft mähe ich die Unkräuter auch nur mit der Motorsense ab. Das geht schnell, hat aber den Nachteil, das viele der Unkräuter immer kräftiger werden. Der Zeitfaktor bei sehr großen Anlagen spielt da natürlich auch eine große Rolle.

Die beste Methode ist immer noch das Jäten und versuchen so viele Pflanzen wie möglich mit der Wurzel entfernen können.
Absolut vermeiden sollte man das Spritzen mit Herbiziden.


Freitag, 22. April 2016

SUP - Stehpaddeln

Schon längere Zeit haben meine Frau und ich das Interesse am Surfen gefunden.
Da aber das Wellenreiten nicht immer und überall möglich ist und auch das Windsurfen uns nicht reizt, habe ich mich für das Stehpaddeln entschieden.
Denn dass kann ich fast immer und überall machen. Vor allem, da wir mehrere Flüsse in der direkten Umgebung haben.
Aus Platzgründen haben wir uns für ein aufblasbares SUP- Board entschieden, So kann man es gut transportieren und aufbewahren.
SUP ist die Abkürzung für Stand up paddling.

Heute haben wir es zum ersten Mal ausprobiert. Das Aufblasen und die Vorbereitungen dauern etwa 20 Minuten. Jetzt weiß ich wie alles funktioniert und kann nun auch nach Feierabend sofort an den Neckar und loslegen.


Ich wollte ein gutes Allroundboard und habe mich für das JP Australia Allround Air entschieden.
Damit will ich Flusswanderungen machen, Bergseen, unruhigere Flüsse, am Mittelmeer, Nordsee usw. paddeln und Wellenreiten auf kleineren Wellen.
Das Board kostet mit Paddel und Boardleash etwa 900€. Es gibt natürlich auch günstigere, hängt auch immer vom Einsatzbereich ab. Ein guter Neopren Anzug gibt es auch ab 80€ aufwärts. Aber das ist es wert. Ich durfte heute schon im Neckar baden und habe es kaum gemerkt.Der Anzug wärmt sehr gut.

Ausgepackt sieht es dann so aus





Das Board ist 254cm lang und hat 204L Volumen.und wird mit 1 bar aufgepumpt. Das geht recht schnell. Das Volumen ist deswegen wichtig, den je mehr Gewicht der Fahren hat, desto mehr Volumen braucht man. Und für Mehrtagestouren möchte ich ja auch noch Gepäck mitnehmen. Dafür gibt es das Spannnetz wie man auf dem Bild sieht.

Hier nun einige Bilder vom Fahren. Es hat Suchtpotential.

zum Einstieg tragen





ein Bad gehört manchmal dazu




meine Frau hat auch viel Spaß dabei


Das ist  unser neues Hobby, mit dem wir noch viel erleben werden. Bald kaufen wir ein zweites, günstigeres Board, damit wir beide gleichzeitig loslegen können.
Jetzt heißt es für uns üben und trainieren. Geschwindigkeit, Balance usw.






Montag, 29. Februar 2016

Wildpflanzenbücher für Einsteiger

Die Zahl der Pflanzenbücher geht ins Unendliche. Oft kann man sich, besonders als Laie, schon gar nicht mehr entscheiden, welches Buch das Richtige ist.

Als Gärtner und Wildpflanzenliebhaber kaufe ich mir immer wieder gerne mal ein Pflanzenbuch und ich weiß nicht genau wie viele ich überhaupt besitze. Schön anzusehen sind die Bücher immer und manchmal auch nicht ganz billig.
Ich möchte hier mal versuchen, für Einsteiger eine Hilfe durch den ganzen Dschungel der Kräuterbücher zu geben.

Das Wichtigste zuerst!
Das eine Buch für alles gibt es nicht. Mit einem Buch kommt man nicht aus. Besonders wenn man tiefer in die Welt der essbaren Pflanzen eintauchen will.

Die Bücher die ich heute aufzeige sind aber so aufgebaut, dass man sie schon fast alleine nutzen kann.
Ich habe einige wenige Bücher ausgewählt, die sehr verständlich sind und auch Rezeptvorschläge haben.
Reine Wildkräuterkochbücher werde ich noch vorstellen.
Mein wichtigstes Kriterium für die Bücher, die ich mir zulege ist, ob ich sie auch in der Praxis gut anwenden kann und sie gut verständlich sind. Ich habe auch speziellere Bücher, die erwähne ich hier aber noch nicht.

Tipps für den Buchkauf

  • Wichtig ist, keine Angst vor den Pflanzen haben, sehr offen an das Thema rangehen.
  • Ein gutes Pflanzenbuch hat auch ein sehr informatives Einleitungskapitel, das viel über die Pflanzen, Sammeln, Verwendung, Inhaltsstoffe, Geschichte usw. erklärt. Ich habe schon Bücher nur wegen dem Einleitungsteil gekauft, weil er so informativ war. Der Pflanzenteil ist ja in vielen Bücher sehr ähnlich.
  • Die Bilder müssen gut erkennbar sein, aber es muss auch klar sein, dass ein Bild nicht alle Einzelheiten einer Pflanze zeigen kann. Und vor allem auch nicht jedes Stadium des Wachstums. 
  • Darum ist es auch wichtig, das der botanischen Namen der Pflanze dabei steht. So kann man immer noch in anderen Quellen oder Bücher die Pflanze noch näher betrachten.
  • Viele Bücher sind inhaltlich im Pflanzenteil fast identisch. Dadurch kaufe ich nur noch Bücher, welche für mich neue oder seltene Pflanzen enthalten.
  • Man fängt mit den Pflanzen an, die man kennt. Später kann man immer nach und nach  1-2 Pflanzen dazu nehmen. Je mehr man sich mit den Wildpflanzen beschäftigt, desto sicherer wird man.
  • Wer sich trotz Bücher sehr unsicher ist, muss unbedingt eine Kräuterwanderung mitmachen. Auch ich mache das sogar ab und zu und lerne immer noch Neues dazu. Man lernt auf diesem Gebiet nie aus.
  • Es gibt immer jemanden im Umfeld der die ein oder andere Pflanze bestimmen und zeigen kann. auch wenn diese Person nichts über die Verwendung der Pflanze weiß.
  • Gute Pflanzenbücher müssen nicht immer teuer sein.

Die Bücher

1.



"Die 12 wichtigsten essbaren Wildpflanzen" von Dr.Markus Strauß  Hädecke Verlag  9.80€ 70 Seiten

Dieses Buch ist ein absolut spitzen Buch. Von der Inhaltlichen Aufmachung her hat der Autor ganz neue Wege betreten. Es ist zur Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen gedacht.

In diesem Buch werden nur 12 Pflanzen beschrieben. Diese aber sehr genau und die Auswahl ist so getroffen, dass die Pflanzen sehr häufig und fast das ganze Jahr bei uns vorkommen und zur Verfügung stehen.
Pflanzen, die uns in Notzeiten immer zur Verfügung stehen.
Auch ist eine Verwechslungsgefahr mit anderen oder giftigen Pflanzen so gut wie ausgeschlossen.
Jede Pflanze wird sehr gut erklärt und es sind mehrere Rezepte pro Pflanze beschrieben. Die Rezepte sind einfach gehalten und sehr gut anzuwenden.
Das Buch enthält auch eine sehr gute Sammeltabelle für das ganze Jahr, wann welcher Teil der Pflanze wie verwendet werden kann.
Sehr interessant ist auch die Vergleichstabelle der Inhaltsstoffen von Wildkräutern zu kultivierten Pflanzen.

2.

"Wildkräuter, Beeren und Pilze" von Eva und Wolfgang Dreyer  Kosmos Verlag  9.95€  174 Seiten

Ich wage die pauschale Behauptung, dass man bei den Büchern des Ehepaar Dreyer nie einen Fehlkauf macht. Sie schreiben sehr gute Pflanzenbücher, mit guten Bildern und Beschreibungen.

Die Einleitung ist sehr informativ mit vielen Tipps und Erklärungen.
Dieses Buch gefällt mir besonders, da der Pflanzenteil in die Jahreszeiten eingeteilt ist. Frühling, Frühsommer, Sommer usw.
Das ist besonders für Neueinsteiger interessant. So muss man sich nicht immer durch alle Pflanzen wühlen, sondern kann ganz gezielt unter der Jahreszeit nachschauen.
Die Bilder sind sehr gut, aber auch da ist nicht immer alles ganz genau erkennbar.
Der Rezeptanteil ist auch wieder sehr groß, mit interessanten Rezepten.

3.

"Wildkräuter finden"  von Christine Schneider  Ulmer Verlag  9.90€  125 Seiten

Dieses Buch nennt sich sogar "Das Wildkräuterbuch für Einsteiger!"
Der Einleitungsteil ist schon eine kleine Kräuterschule für sich. Nach dem Pflanzenteil, der die gängigsten Wildkräuter (etwa 40) beschreibt, kommt noch ein Rezeptteil.
Die geammte Aufmachung dieses kleinen Buches gefällt mir sehr.

4. 

"Was blüht den da?" von Spohn-Aichele  Kosmos Verlag  14.99€  448 Seiten

Das ist ein reines Bestimmungsbuch. Es nennt sich selbst "Das Standardwerk der Blumenbestimmung". Und das ist es auch.
550 Arten werden in 1000 Fotos und Zeichnungen vorgestellt.
Hier werden alle Pflanzen in der Blüte vorgestellt. Dazu gibt es eine gute Einteilung in Farbe, Form, Anzahl der Blütenbläter.
Die Fotos sind sehr scharf und gut erkennbar.

5.

"Wildkräuter und ihre giftigen Doppelgänger" von Eva Dreyer  Kosmos Verlag  9.95€  142 Seiten

Der Titel des Buches spricht schon für sich. Hier werden die möglichen Verwechslungsgefahren aufgezeigt. Auch wieder eingeteilt in den Jahreszeiten. Aber man braucht sich da nicht verrückt machen lassen.


Natürlich gibt es noch sehr viel mehr Bücher und ich werde auch noch einige vorstellen.
Aber mehr halte ich für den Einsteiger zu verwirrend.
Wer die Pflanzen der ersten 3 Bücher erkennen und bestimmen kann, hat schon eine sehr gute Basis an Pflanzenkenntnisse. Hier zählt die Qualität und nicht die Masse.

Das beste Wildkraut ist auch nur das, welches ich auch in der Nähe habe und finde. Es bringt nichts, unzählige Wildkräuter zu kennen, sie aber nicht sammeln kann, weil sie vor Ort  nicht vorkommen.

Wer neu einsteigt beginnt mit den vorhandenen Pflanzen vor Ort.





Sonntag, 28. Februar 2016

Bärlauch sammeln

Heute bin ich mit meiner Frau zum Bärlauch sammeln in einen nahe gelegenen Wald gegangen.
Ich kenne da eine Stelle, welche eine fast unendliche Menge an Bärlauch hat.
Überall im Internet sieht man, wie die Leute schon kräftig am Bärlauch sammeln sind. Ich war da etwas nachlässig.
Abends nach der Arbeit habe ich da auch nicht mehr so die Lust dazu gehabt.

Da ich nicht so oft an dieser Stelle bin, haben wir den Platz nicht sofort gefunden und haben dies mit einer kleinen unfreiwilligen Wanderung verbunden.
Ich musste mir da von meiner Frau so einiges anhören, von wegen Orientierungssinn usw.
Aber egal!
Es hat uns Beiden Spaß gemacht, durch den schlafenden Wald zu laufen und zu sehen, wie die Natur langsam erwacht.
Viele junge Kräuter kommen schon und auch die Büsche schlagen schon aus.
Der Winter ist langsam vorbei. Selbst wenn noch mal ein Rückschlag kommt, kann er nicht lange dauern. Die Anzeichen für den Vorfrühling, Haselnussblüte, Schneeglöckchen usw. sind da.

So ging es los
Im Wald angekommen kam auch gleich ein Bach, das war aber noch nicht die Stelle die ich suchte.
Ganz jungen Bärlauch haben wir zwar  gleich gefunden, aber wir ließen ihn stehen. Er war zu klein und zu wenig. Ich suchte ja meine "Superstelle".

Gleich hinter dem Waldrand

Aronstab 
Wir gingen den Waldrand entlang weiter und fanden eine große Platte mit Schneeglöckchen. Die kamen aber durch Menschenhand dahin, sie sind keine Pflanzen, welche bei uns wild vorkommen.
Aber sie zeigen an, dass der Winter so gut wie vorüber ist.

Schneeglöckchen am Waldrand

 Nach etwa einer halben Stunde kamen wir dann doch an der gesuchten Stelle an, aber es war nicht so, wie ich es erhofft habe.
Der Bärlauch ist da noch ganz jung und klein. Wir waren uns schon einig, dass wir noch eine Woche warten werden. Etwas enttäuscht waren wir schon.

sehr kleiner Bärlauch
Trotzdem hatten wir viel Spaß und nutzten die Landschaft fürs Training.
Es geht dort sehr steil bergab und wir übten Hindernisüberquerung.
Da wir gerne in den Bergen unterwegs sind, nutzen wir jede Gelegenheit zum Üben. Und vor allem, es macht Spaß.




Unten angekommen ging es auch schon gleich wieder hoch. Wir machen das immer sehr schnell. Kondition und Technik auf rutschigem Gelände.




Oben angekommen gingen wir gleich die nächste Schlucht hinunter und da fanden wir auch viel Bärlauch, der auch schon sehr groß war.
Das war natürlich eine inzwischen unerwartete Überraschung für uns und wir begannen sofort mit dem Sammeln.





So kamen wir doch noch zu unserem Bärlauch und morgen beginnen wir mit der Verarbeitung.
Zum Abendessen haben wir schon einiges in den Salat geschnitten, was sehr lecker ist.

Wildpflanzen sammeln ist immer eine schöne Sache. Man ist draußen in der Natur, genießt die frische Luft und kommt kostenlos an die gesunden Schätze der Natur.