Sonntag, 14. Mai 2017

SUP Techniktraining mit der Weltmeisterin Sonni Hönscheid

Am Samstag den 13.Mai, haben meine Frau Tanja und ich einen Lehrgang mit der mehrfachen Weltmeisterin im Stand-up-paddling (SUP) Sonni Hönscheid besucht.

Sonni Hönscheid

Sie ist auf Sylt geboren und lebt auch heute noch dort, wenn sie nicht gerade auf einem der vielen internationalen Wettkämpfe weltweit teilnimmt.

Sie gehört international zu den 5 weltbesten SUP Sportlerinnen, die meist vorne an der Spitze mitfahren.
Sonni hat schon sehr viele internationale Wettkämpfe gewonnen.
Ihr größter Erfolg ist der dreimalige Sieg beim berühmten "Molokai to Oahu" Rennen bei Hawaii.
Dabei hat sie in den Jahren 2014, 2015 un 2016 als Siegerin die 52km zwischen den Inseln Molokai und Oahu in weniger als 6 Stunden auf dem offenem Ozean zurückgelegt.
Zuletzt hat sie dieses Jahr am 6.Mai, in Japan die Appworldtour Longdistance der Frauen gewonnen.

Sonni Hönscheid

Der Lehrgang

Der Lehrgang fand statt im Surf + SUP Center St.Leoner See.
Es war kein reiner Anfängerkurs, man sollte schon vorher ein paar mal auf dem Brett gestanden haben.

unsere Boards


Ziel der Kurses war die Verbesserung der Paddeltechnik und viele Tipps und Erklärungen zum SUP Sport generell. Auch lernte ich viel über die vielen unterschiedlichen Boards und konnte sie im SUP Verleih auch mal begutachten.
Das Racing Board, welches ich kurz ausprobierte war natürlich ein ganz anderes Fahrgefühl, als mein Allround Board. Nun lässt mich der Gedanke, mir eins zuzulegen keine Ruhe mehr.



Am Anfang des Kurses sahen wir wie Sonni ihr neues Wettkampfboard der Firma Starboard auspackte und fahrbereit machte. Dabei lernten wir schon einiges über die verschiedene Materialen, die Größe der Finnen am Board und welche Bedeutung sie haben usw. Nun werden wir auch an unsere Boards Veränderungen vornehmen. Besonders für unsere Nordsee Fahrten brauchen wir eine kleiner Finne hinten am Board.
Diese Profi Wettkampfboards sind natürlich eine ganz andere Dimension im Vergleich zu unseren Boards, aber ich war froh, es mal live sehen zu dürfen. Auf den Bildern fährt Sonni dieses Board.

Sonni war sehr offen und freundlich. Sie beantwortete alle unsere Fragen sehr genau. Zeigte sie uns eine neue Technik, begleitet sie jeden einzelnen ein Stück und gab weitere Erklärungen, Verbesserungen und Tipps ab und war sehr geduldig mit uns.

Hier zeigt Sonni mir die Wendetechnik, die ich schon lange lernen wollte.



Ich probierte es dann natürlich sofort aus.


Aber ich wusste schon vorher, dass es nicht so einfach war.




Ich übte es öfters und flog auch  noch mehrmals ins Wasser. aber das Prinzip habe ich verstanden und auch nicht jeder Versuch endete im Wasser. Ich werde da noch viel üben, denn diese Wendetechik möchte ich unbedingt beherrschen. 

Sonni nahm sich viel Zeit für jeden Einzelnen Teilnehmer und führte mit jedem auch interessante und motivierende Einzelgespräche.
neue Tipps und Erklärungen


Einzelgespräche mit jedem Teilnehmer

Wenn nächstes Jahr wieder solch ein Lehrgang mit Sonni Hönscheid im Surf + SUP Center St. Leon Rot stattfindet, werde ich wieder dabei sein. Vielleicht dann beim Racing Training.

Stand Up Paddling als Sport

SUPen ist ein derzeit am schnellsten wachsender Wassersport geworden.
Selbst ungeübte können das in jedem Alter sehr schnell erlernen, da die Herz/ Kreislauf Belastung nicht so hoch ist.
Es ist für jeden was dabei, vom Ausdauersportler bis zum Genusspaddler.
Es ist ein perfektes Ganzkörpertraining. Arme, Beine, Rücken, Rumpf, Ausdauer, Kraft und Gleichgewicht werden trainiert. Da man das Board ständig Ausbalancieren muss, ist man ständig in Aktion und fast jeder Muskel wird beansprucht.
Gleichzeitig ist es auch eine gute Erholung und Genuss für den Körper und Geist.

Jede Wasserfläche kann befahren werden. Flüsse, Bäche, Wildwasser, das Meer und die vielen Seen.
Für jeden ist etwas dabei. Wildwasser, Wellenreiten, Flusstouren, die Seelandschaften oder auch Wettkämpfe.
Die Landschaft kann vom Wasser aus ganz neu entdeckt werden und durch das Stehen auf dem Wasser hat man eine ganz neue Perspektive und ein einfach tolles Gefühl.
Man lernt seine nächste Umgebung noch einmal ganz neu aus einer anderen Sicht kennen.








Wir haben das Glück, direkt am Fluss zu wohnen. So kann ich nach Feierabend sofort aufs Wasser gehen. SUPen ist ein Sport und Hobby mit hohem Suchtpotential und wird auch niemals langweilig.   
Ich bin gespannt, welche SUP Erlebnisse wir dieses Jahr noch haben werden.                                                                                                                                                                                  

Sonntag, 5. Februar 2017

Der Familienzusammenhalt

 Die Jäger und Sammler Familie    

Wie ich schon öfters erwähnt habe, vergleiche ich unser Leben heute gerne mit den früheren Jägern und Sammlern. Vieles hier im Blog handelt davon. So verschieden sind wir heute gar nicht.
So viel hat sich trotz aller Moderne gar nicht geändert.

In einer guten Ehe ist es wichtig, dass beide Ehepartner gut zusammenstehen und sich gegenseitig ergänzen und auch die Kinder mit einbezogen werden.

Ich habe noch eine unbefristete Ganztagsarbeit und es reicht, meine Familie zu ernähren und für den Unterhalt.
Meine Frau hat einen Midijob. Der trägt dazu bei, das wir uns einiges mehr gönnen können und Rücklagen für Urlaub, Versicherungen und Unvorhergesehenes ansparen können. Und sie ist dabei auch sozial-versichert.

Ich jage das Große, meine Frau sammelt das Kleine, wie es bei den Jägern und Sammlern üblich ist.

Wir haben es oft durchgerechnet, mehr Arbeit lohnt sich für meine Frau nicht. Ein zweites Auto müsste her, die Besteuerung ist auch nicht wenig und ihr Rentenanteil reicht sowieso nur für die Altersarmut, so dass dies kein Anreiz ist.

Früher, noch in meiner Kindheit, bis in die 80er Jahre, war es so, dass meistens nur der Vater arbeiten gegangen ist. Die Mütter aller meiner Klassenkameraden waren alle zuhause.
Und doch hatten fast alle ein Haus, einen guten Lebensstil und konnten einmal im Jahr in den großen Urlaub fahren.
Der Lohn des Vaters reichte damals völlig aus.

Meine Mutter sagte mir neulich, früher, zu meiner Schulzeit, noch in den 80er Jahren, war es eine Schande, wenn die Frau arbeiten gehen musste. Das galt als Armut, oder als Zeichen, man braucht das Geld dringend.
Heute gilt es fast als Schande, wenn die Frau nicht arbeiten geht.

Dieses System wurde dann spätestens Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts völlig aufgebrochen.
Die Politik und die Globalisierung veränderten sich so schnell, dass auf einmal die Löhne oft nicht mehr ausreichten, die Abgaben, Steuern und Preise immer höher wurden und auch das Konsumverhalten so in die Höhe getrieben wurden, dass das Geld plötzlich nicht mehr ausreichte.

Auf einmal war es normal, den Konsum und alle persönliche Wünsche auf Pump und Kredit zu erfüllen. Der Teufelskreis der Unterfinanzierung begann.
Um bei diesem "gehobenen" Lebenstil mithalten zu können, muss ein zweites Einkommen her.
Die Frau muss zur Arbeit gehen.

Der Plan, wie Rockefeller es erwähnt, ist völlig eingetreten.

Nicholas Rockefellers Aussage zur Familie

"Der Feminismus ist unsere Erfindung aus zwei Gründen.
Vorher zahlte nur die Hälfte der Bevölkerung Steuern, jetzt fast alle, weil die Frauen arbeiten gehen.
Außerdem wurde damit die Familie zerstört und wir haben dadurch die Macht über die Kinder erhalten.
Sie sind unter unserer Kontrolle mit unseren Medien und bekommen unsere Botschaft eingetrichtert, stehen nicht mehr unter dem Einfluss der intakten Familie.
Indem wir Frauen gegen die Männer aufhetzen und die Partnerschaft und Gemeinschaft der Familie zerstören, haben wir eine kaputte Gesellschaft aus Egoisten geschaffen, die arbeiten (für die angebliche Karriere), konsumieren (Mode, Schönheit, Marken), dadurch unsere Sklaven sind und es dann auch noch gut finden."


Diese Offenheit ist erschreckend, doch hat sich diese Grausamkeit fast völlig in den Köpfen unserer Gesellschaft durchgesetzt und wird bis aufs äußerste verteidigt.
Und wer sich für die Familie einsetzt wird verlacht und bekämpft.

Dadurch, dass meine Frau fast immer zuhause ist, konnte sie sich all die Jahre um unsere Tochter kümmern, die nicht ganz gesund ist und viele Therapien usw. brauchte und sie wird leider nie selbstständig alleine leben können.

Die Realität zeigt uns fast immer, dass wenn eine Frau Halbtags oder Vollzeit arbeitet, sie danach meist immer noch für das Kochen, den Haushalt und die Kinder zuständig ist. Die Frauen stehen unter einer sehr schweren Doppelbelastung. Die sie sich, oft sogar ohne große Not, selbst aufhalsen.
Nur um der gesellschaftlichen Norm gerecht zu werden, sich anzupassen und dazu gehören.

Das ist der zweifelhafte Erfolg des Feminismus.

Ich will meiner Frau das nicht zumuten, denn ich weiß,wie schwer der Haushalt, Kochen usw. sein kann. Ich freue mich, wenn sie Zeit hat, mit ihren Freundinnen zum Klettern gehen kann, Kaffee trinken oder eine Bergtour machen kann. Und sie muss auch viel Zeit aufbringen für unsere Tochter.


Die Frau kann viele Dinge am Tag erledigen, die man sonst abends noch machen muss.
Dadurch, dass die Frau zuhause bleibt, kann man auch viel Geld einsparen. 
In einem Haushalt gibt es immer viel zu tun und auch im Garten.

Sie hat auch die Möglichkeit, Kontakte in der Nachbarschaft zu knüpfen und zu pflegen.
Das hört sich auf den ersten Blick sehr banal an, kann aber zur rechten Zeit sehr nützlich und hilfreich sein. Wir sind, auf Beziehungen und Kontakte angewiesen. Spätestens wenn die Zeiten schwerer werden.
Ein gutes freundschaftliches Verhältnis zu den Nachbarn ist immer gut investierte Zeit und tut niemandem weh.

Es ist nicht richtig zu denken, wenn die Frau zuhause bleibt, tut sie nichts.
Es gibt immer was zu tun, Angebote einkaufen, die Ernte versorgen und einmachen, nähen, Kleidung flicken, so muss man nicht alles gleich neu kaufen, Dinge herstellen usw.

Die Kinder

Die Aufgabenverteilung in der heutigen Familie kann noch dieselbe sein, wie bei den Jägern und Sammlern.
Wenn jeder seine Aufgaben gut macht, und auch die Kinder mit einbezogen sind, geht in der Regel alles sehr gut. Alle haben einen guten Nutzen davon.

Den Kindern kann man den richtigen Umgang mit Geld beibringen und sie auch zum Sparen anregen.
Es ist nicht gut, den Kindern immer gleich das geben, was sie gerade wollen.
Sie müssen auch mal lernen, wie es ist, sich etwas anzusparen und dann zu kaufen.

Wenn die Eltern ihren Kindern nicht den Umgang mit Geld beibringen und auch mal erzählen, wie das ganze Finanzsystem und die Wirtschaft und Gesellschaft funktionieren, und auch die Natur, dann tut es keiner.
In der Schule lernen sie es ganz sicher nicht.

Es ist auch gut für die Kinder, wenn sie sehen, wie Obst und Gemüse angebaut und geerntet wird und wie man Wildpflanzen in der Natur sammeln kann.

Die Verwandtschaft 

Auch die weitere Familie, Geschwister, Eltern, Onkels, Tanten usw. sind sehr wichtig.
Leider ist die Beziehung zu den Verwandten nicht immer und überall sehr gut. 
Die Familienbanden können oft sehr locker sein.

Und es heißt ja nicht umsonst, ein guter Nachbar ist besser als ein entfernter Verwandter.

In der Verwandtschaft gibt es verschieden Berufe, die uns zugegebener Zeit hilfreich sein können.
oder sie können uns mit anderen Leuten in Kontakt bringen, die uns mit Rat oder Tat helfen können.
Es ist immer gut, wenn man auf viele Kenntnisse und Beziehungen zurück greifen kann.

Bei den früheren Jägern und Sammlern waren die Familienbindungen noch viel wichtiger als bei uns heute.

Wer es kann muss unbedingt versuchen, sich mit seiner nahen und entfernteren Verwandtschaft gut zu stellen.
Wir wissen nie, wann wir mal ihre Hilfe oder Rat brauchen können.
Und wenn Krisenzeiten kommen, ist eine größere Gemeinschaft immer im Vorteil.








Dienstag, 31. Januar 2017

Krankheit und das einfache Leben!

Eine Krankheit ist immer ein wichtiges Alarmsignal für unseren Körper, das etwas nicht stimmt.
Eine Krankheit ist immer etwas, was wir ernst nehmen müssen, aber leider meist nicht tun. Denn geht es uns besser, ist alles sehr schnell vergessen. Bis zum nächsten Mal.

Ich bin seit mehreren Jahren chronisch krank und und dadurch schon etwas eingeschränkt.
Es ist nichts Schlimmes, aber lästig und beeinträchtigt meinen Alltag schon in manchen Dingen.
Manches was mir sehr wichtig ist, kann ich nicht mehr so schnell machen wie früher und brauche länger um endlich loszulegen.
Ich muss täglich Zeit einrechnen um für meine Krankheit da zu sein.
Meine Regenerationszeit zum Erholen braucht länger.

Verluste durch Krankheit

Da ich nicht immer so kann wie ich möchte, hinterlässt das auch Spuren im Alltag:
  • Freundschaften pflege ich oft nicht so, wie es sein sollte. Habe deswegen auch schon einige Kontakte zu Freunden weltweit verloren.
  • die gesundheitliche Einschränkung nimmt mir oft die Freude für Hobbies und andere Dinge,
  • mental zieht mich die Krankheit manchmal herunter und ich lasse mich zu oft gehen.
  • Die Lebensfreude und Spontanität ist öfters eingeschränkt.
  • Mein Immunsystem ist nicht so stark.
  • Habe monatliche Kosten für Salben, Medikamente, Anwendungen und Hilfsmittel.

Gewinn durch Krankheit

Eine Krankheit gehört für viele einfach zum Leben dazu und wir können daraus auch einen Nutzen ziehen:
  • Sie zeigt unsere Grenzen auf. Sie macht uns realistischer auf unsere wirkliche Möglichkeiten.
  • Sie bringt uns über den Sinn und Unsinn unseres Lebens und Alltag zum Nachdenken.
  • Sie zeigt uns, was wirklich wichtig und nötig ist.
  • Sie gibt uns mehr Zeit, für uns selbst.
  • Eine Krankheit kann uns auf ganz neue Wege und Ziele führen.
  • Der Lebensstil und die Essgewohnheiten können ganz neu überdacht werden und in der Regel wird das immer zu einer Verbesserung führen.
  • Wer wirklich auf seinen Körper lernen hört, kann auch einen Nutzen für die Zukunft aus der Krankheit ziehen.

Zur Zeit habe ich eine sehr schwere Bronchitis. Seit Mitte November kränkle ich schon und hatte mehrere Rückschläge.
Durch meine chronische Krankheiten wirken sich akute Krankheiten bei mir stärker und länger aus.
Das ist auch mit ein Grund, warum es hier im Blog lange nicht weiter ging.

Nach jeder Krankheit nehme ich mir vor: "Das muss sich jetzt ändern!"
Bin ich dann wieder gesund im Alltag und Arbeitsleben, ist alles wieder vergessen oder ich nehme mir nicht mehr die nötige Zeit dazu.

Gesundheit

Gesundheit vernachlässigt uns sehr, Leberveränderungen vorzunehmen oder sich einen gesünderen Lebensstil anzueignen. 
Bei voller Gesundheit meint man Bäume ausreißen zu können und die Welt zu seinen Gusten zu verändern. Wir strotzen ja nur so vor Kraft und lauter Pläne.
Die Gesundheit verleitet uns auch gerne mal, leichtsinnig und übermütig zu sein.
Eine Krankheit kann dabei nützlich sein, uns wieder auf Normalmaß zurechtzustutzen. 

In der Bibel gibt es eine gute Stelle, darin heißt es:

"Besser ist es, in das Haus der Trauer zu gehen, als in ein Haus, wo Festmahle gefeiert werden. Denn jenes (Trauerhaus) ist das Ende aller Menschen und der Lebende nimmt es sich zu Herzen. 
Besser Verdruss als Lachen, denn bei traurigem Gesicht ist das Herz in rechter Verfassung.
Das Herz der Klugen ist im Haus der Trauer, das Herz der Toren aber ist im Haus der Freude."
                                                                                                                                  Prediger 7,2-4


So sind wir Menschen geprägt. Ein Lebensschicksal, egal welcher Art rückt unser Herz und Gedanken wieder an die rechte Stelle. Es zeigt uns die Grenzen die wir haben und gibt uns ganz neue Prioritäten. 
Wer klug ist lernt aus seinen Schicksalsschlägen oder seiner Krankheit.
Wer Töricht ist, verdrängt es, geht in das Haus der Freude, feiert Partys und benebelt sich. Ändern wird er dadurch in seinem Leben aber nichts. Es wird eher schlimmer.

Wer gestärkt aus seinem Lebensschicksal oder Krankheit hervorgeht, kann auch wieder feiern und soll es auch. Selbst während der Not ist feiern nicht verkehrt, aber der Kluge weiß, es ist nur eine willkommene Ablenkung, eine schöne Erleichterung für den Moment, aber keine Lösung auf Dauer.

Der Vorteil durch die Krankheit

Dieses mal hat mich die Krankheit total zurück geschmissen. Es ist mehr als nur die Bronchitis. 
Dieses mal kann ich es nicht ohne Folgen lassen und ich habe noch einen Ärztemarathon vor mir.
Dieses mal hatte ich sogar bedenken, ob sich meine Krankheit auf die Arbeit und Arbeitsplatz auswirken kann.
Jetzt müssen endgültig Veränderungen her.
Ich muss mir auch einen persönlichen Reha- und Gesundheitsplan erstellen.

Ich finde es gut, dass mir dieses mal meine Grenzen knallhart gezeigt wurden, denn daraus habe ich sehr viel gelernt. Selbst Existenzängste verlieren ihre Kraft, wenn man längere Zeit darüber nachdenkt.
Egal in welcher Not und Schwierigkeiten man steckt. Es gibt immer Mittel und Wege. Immer Alternativen.
Das Leben wird dadurch erst richtig interessant.

Ich habe jetzt eine ganz neue Aufgabe vor mir, mit meiner Krankheit zu leben und damit umzugehen.
Mein Leben, mein Training, meine Arbeit und Freizeit werde ich danach neu ausrichten müssen.
Ich kann jetzt meinem Leben ganz neue Perspektiven geben.
Nicht immer so wie ich will, aber meinen Möglichkeiten entsprechend.

Dienstag, 15. November 2016

Sammeltouren im November

Dieses Jahr war ich sehr träge beim Sammeln der Wildpflanzen und habe aus verschiedenen Gründen fast nichts produktives zustande gebracht. Diesen Tiefpunkt habe ich aber überwunden und lege wieder eifrig los.
Jetzt ist natürlich ein schlechter Zeitpunkt um damit anzufangen, aber nicht unmöglich.
Wer sich auskennt findet immer etwas essbares in der Natur. Es gibt immer noch genug zu finden,Grünpflanzen für Salat, Gemüse, Tee oder Smoothies.
Fallobst und sogar noch nicht abgeerntete freistehende Apfelbäume, Eicheln und Früchte an Büschen und Sträuchern.

Die Reste des Jahres

Schon in der Bibel heißt es, wer nicht erntet zur Erntezeit, hungert im Winter. Und wer im Herbst nicht pflügt, wird im Sommer keine Ernte haben.
Wer im Kreislauf der Natur lebt und sogar davon abhängig ist, versteht diese Worte sehr gut.

Daran muss ich immer denken, wenn ich an meine eigene Faulheit denke, nicht zur rechten Zeit zu sammeln. Meine Teevorräte an gesammelten Wildpflanzen gehen bald zu Ende. Und sonstige Vorräte habe ich nicht angelegt.

Diesen Monat November bin ich auf einige Wildpflanzen Touren gegangen, um wenigstens einiges an Faulheit wieder gut zu machen und aufzuholen und Vorräte so weit es geht, aufzustocken.

Der Test

Anfang November ging ich morgens zum ersten mal los. Es war noch sehr nebelig, Aber für mich war es ein großer wichtiger Test, wie viel Nahrung werde ich heute zu dieser Jahreszeit noch finden.

Gleichzeit aber auch der Gedanke, in einer Krisensituation sind die Läden geschlossen und ich muss für mich und meine Familie Nahrung finden, um die vorhandenen Lebensmittel zu strecken. Was werde ich finden?
Es war auch eine Konditionstrainingstour im Waldläuferschritt, etwa 7 km lang, die ich mit Pflanzensammeln verbunden habe.
Den Waldläuferschritt habe ich beim Beitrag "Urbansurvival Training 1" beschrieben.
Ich hatte nur knappe 3 Stunden Zeit, weil Nachmittags Besuch kam.
So fing die erste Erkundungstour an:

sehr nebelig, aber wunderschön



Sehr schnell fand ich überraschenderweise viele Schlehen. Letztes Jahr trugen diese Büsche keine einzige Beere.



Diese Beeren lies ich hängen und beschloss sie so schnell wie möglich am nächsten Tag zu ernten.

Kurz darauf an einem Feldrand kam ich an einige Apfelbäume vorbei. Da wurde ich noch immer fündig. Sie werden nie abgeerntet.
In meinen Rucksack sammelte ich einige Äpfel ein, was für ein paar Gläser Apfelmus reichte. Aber auch da komme ich noch einmal hin. Wichtig war im Moment nur zu wissen, wo noch essbares vorhanden ist.

Etwas weiter kam eine Wiese auf der ich öfters sammel und wurde auch reichlich fündig. Einige Salate und Tees sind gesichert. Am Rande der Wiese steht auch eine große Eiche. Da fand ich sehr viele Eicheln und nahm sie mit.

gut erhaltenes Fallobst

viele Äpfel auf den Bäumen

Kräuterwiese mit Eichen im Hintergrund

Ich lief weiter in den Wald hinein und an einem Wegrand fand ich zwei Schopftintlinge. Leider zu wenig, um sie mitzunehmen. Aber den Standort merke ich mir für die Zukunft.
Am selben Platz stehen auch einige große Buchen. Ich fand bei den Pilzen am Weg viele Bucheckern, die ich auch mitnahm.

Schopftintling
Im Laufschritt ging es etwa 2 km weiter durch den Wald. Wieder auf einem Feldweg außerhalb des Waldes vielen mir fast die Augen aus. Zwei Apfelbäume voll mit den schönsten Äpfel und das im November. Für mich war klar, da muss ich noch einmal hin.



Die Zeit wurde langsam knapp und ich hatte noch nicht die Hälfte der geplanten Strecke hinter mir.

Auf dem Rest der Strecke fand ich noch unendlich viele Eicheln und Bucheckern, einige Standorte von Hagebutten und Schlehen. Die Hagebutten habe ich aber stehen gelassen. Ich kenne bessere und ergiebigere Plätze. Sogar einen kleinen Kastanienbaum fand ich, wo ich einige Kastanien für Waschmittel mitnahm. Aber davon habe ich auch schon genug.

Im Wald findet man jetzt auch die Goldnessel in großen Mengen. Sie gehört zu den immergrünen Wildpflanzen, die man auch im Winter finden und ernten kann.
Bisher mochte ich sie nicht so sehr, aber heute habe ich ein Blättchen gekaut und es hat mir sehr gut geschmeckt. Sofort kam auch die Goldnessel in meinen Sammelbeutel.

Die Pflanzenwanderung war sehr erfolgreich, obwohl ich nur wenig von dem mitnahm, was ich wirklich fand. Aber ich weiß jetzt wo es was zu finden gibt und werde schnellstens wieder dahin zurück kommen. Das ist auch eine gute Motivation, immer wieder hinaus in die Natur zu gehen und im Garten Gottes zu ernten, zu jeder Jahreszeit.

Meine Ernte
Ich bin in diesem Monat noch öfters zum Pflanzensammeln gegangen. Davon berichte ich bald.

Dienstag, 1. November 2016

Urban Survival Training 1

Es gibt unzählige Möglichkeiten sein persönliches Survival Training zu gestalten. Unterschiede zwischen dem reinen "Natursurvival" und dem Urban Survival gibt es nur wenige. Sie überschneiden sich sehr.

Das Training

Als Training nehme ich mir immer bestimmte Übungen, Schwerpunkte oder Streckenabschnitte vor, welche ich bewältigen möchte. Man kann sich ständig neue eigene Aufgaben stellen.

Hier einige Beispiele:

  • bei Regen in den Wald joggen und ein Feuer machen 
  • wenn bald Regen kommt, in den Wald gehen und eine wasserfeste Unterkunft mit Naturmaterialien oder sonstige Hilfsmittel bauen. Und wenn der Regen da ist, auch schauen, ob es wirklich wasserdicht ist.
  • Hinausgehen bei Regen ist immer gut, um die Ausrüstung zu testen und eventuelle Mängel festzustellen. 
  • Ein Trainingslauf mit essbaren Pflanzen sammeln um eine volle Mahlzeit zu finden und in der Natur zubereiten. Ob mit einem Gaskocher oder offenem Feuer ist egal. Zeitfaktor.
  • Auf der Karte suche ich mir oft Strecken heraus, meist 10- 30 km, welche ich schnell überwinden möchte, möglichst ohne gesehen zu werden und möglichst mit Meidung von vorhandener Infrastruktur.
  • Konditionsläufe, Sandsacktraining, Kampfsport, Stretching, Fitness 
  • Erste Hilfe
  • mehrtägige Weitwanderungen mit Biwak

Mein Training heute

Schon lange wollte ich einmal den großen Bahndamm von unserem Ort zum Nachbarort als Durchschlageübung erkunden. Es ist ein recht steiler Hang der sehr verwachsen ist, früher waren da auch noch einige Weinberge, von denen man aber nur noch ein paar Mauerreste sieht. Die Strecke ist etwa 4 km lang. Vom Hörensagen wusste ich auch, dass irgendwo in diesem Hang ein Bunker der Neckar- Ens Stellung ist. Den wollte ich schon immer mal finden.

Meine heutigen Aufgaben:
  • möglichst unauffällig zum Anfang des Bahndammes kommen.
  • essbares finden
  • Müll und Gegenstände finden, die man verwenden kann
  • die komplette Länge des Hanges durchlaufen

Ausrüstung

Für das reine Training braucht man nur sehr wenig. Teure Ausrüstung ist nicht notwendig.
In einer Notsituation muss man sowieso in der Lage sein, mit dem was vorhanden ist, zurechtzukommen und zu improvisieren.

Diese Dinge trage ich immer bei mir:
Ich habe in der Hosentasche ein Schweizer Taschenmesser, ein Feuerzeug, eine Taschenlampe am Schlüsselbund, etwas Draht, Büroklammern und Sicherheitsnadeln im Geldbeutel. Einen kleinen Schreibblock um meine Gedanken und Ideen aufzuschreiben, und als Stift ein Tactical Pen, der auch als Waffe einsetzbar ist. 

Für das heute beschriebe Training habe ich diese Dinge mitgenommen:


Da ist noch mein Survival Set dabei, Rettungsdecke, Dreieckstuch, die Schleuder für Zielübungen, ein Mora Messer.

Den Hüftgürtel, mit der Trinkflasche habe ich mal sehr günstig für 6 Euro als No Name Produkt kaufen können. Er erfüllt seinen Zweck sehr gut. Die Trinkflasche ist für echte Touren nicht gut geeignet. Fürs Training ist sie ok.



Diese Gürteltasche habe ich dann unter der Jacke getragen.

Zum Bahndamm

Auf dem Weg zum Bahndamm hielt ich ausschau nach essbaren Pflanzen, die Jahreszeit ist allerdings mit Ende Oktober schon weit vorgerückt.Aber wer sich auskennt findet immer etwas.
Sehr viele Hagebutten und Weißdornbeeren habe ich gefunden. Da werde ich noch einmal extra hinkommen für eine größere Ernte.
Auch viele andere Wildkräuter in schönem saftigem Grün habe ich gefunden. Nüsse leider keine mehr, obwohl da sehr viele und große Walnuss und Haselnuss Bäume und Büsche standen.
Der Anfang:

nach der Wiese begann das Dickicht

ein verlockender Einstieg

so war es dann kurz danach




Blick auf die Bahngleise


alte Weinbergmauer


verlassene Weinberghütte 

von Innen total vermüllt


die Batterie war leider leer


Der Weg an dem steilen Hang war sehr mühsam, aber ich konnte meistens aufrecht gehen. Die alte Weinberghütte war total vermüllt, aber in einer Notsituation hätte ich da viel brauchbares mitnehmen können. Es wäre schon der Clou gewesen, wenn ich mit der Batterie tatsächlich Funken bekommen hätte. Trockenes Papier für den Anfang eines Feuers war sehr viel vorhanden.
Gleich nach der Hütte war ich auch schon wieder im Dickicht. Es waren sehr viele Wilde Rosen, Brombeeren, Schlehen und Waldreben dabei. Aber Schlehen und Rosen ohne Früchte.


Plötzlich kam ein steiler Abhang ich musste ihn umgehen

da musste ich hoch

und so ging es weiter

Der Weg durch das Dickicht geht schon an die Kraft und auch an die Psyche. Aber das wollte ich bewusst so. Irgendwann kann da die Motivation schon nachlassen.
Ohne Handschuhe und einer festen Jacke wäre dieser Weg fast nicht machbar. Ich kam durch ohne einen Kratzer. Die Trittsicherheit vom Bergsteigen hat mir an diesem Hang auch sehr geholfen.

Der Bunker

Plötzlich stand ich vor dem Bunker. Er wurde 1947 von den Amis gesprengt. In meiner Gegend gibt es sehr viele Bunkerruinen überall in Wald und Flur, von der ehemaligen Neckar- Enz Stellung. Diese Bunkerlinie, welche von Eberbach im Odenwald bis nach Vaihingen- Enz immer am Neckar entlang geht, kam aber niemals zum Einsatz. Ich fand überraschend in einem kurzem Abstand sogar einen zweiten Bunker. Beide Bunker waren ursprünglich mit Weinbergmauern getarnt. Gut erhaltene Reste davon sieht man an beiden Bunkern noch sehr gut.






danach wurde der Weg kurze Zeit einfacher

kurz darauf sah ich einen weiteren Bunker

da haben schon welche gearbeitet

Blick vom Bunker auf die Bahngleise

Der Weiterweg



einige Mauern musste ich erklettern

und rostige Zäune überwinden

und immer wieder das Dickicht


endlich das Ende kurz vor der Ortschaft erreicht



Völlig Verschwitzt kam ich endlich aus dem Dickicht heraus. Es war sehr anstrengend, hat aber auch viel Spaß gemacht. Jetzt musste ich noch etwa 5 km zurück über die Feldwege nach hause laufen. Das machte ich im Pfadfinder- und Waldläuferschritt. 

Der Pfadfinder- oder Waldläuferschritt

Diese Gehtechnik habe ich zum ersten Mal bei Baden Powell gelesen, dem Gründer der Pfadfinder.
Wenn zu früheren Zeiten Kuriere und Läufer längere Strecken überwinden mussten, gab es den Waldläuferschritt. 
Er geht so:
Man läuft 20 Schritte im Lauftempo und geht 10 Schritte langsam. Und das im ständigem Rhythmus.
Man kann das je nach Lust und Fitness variieren. 30 Schritte laufen, 10 gehen, oder im Ort einen Laternenabstand laufen, den nächsten gehen usw. Auf den Feldern kann man eine Feldbreite oder Länge im Laufschritt und das nächste Feld wieder gehen.
Mit dieser Methode kann man schnell längere Distanzen bewältigen. 
Ich nehme auch gerne Bäume oder Straßenpfosten als Maß. 

mein Rückweg 

Ein Baumabstand gehen, den nächsten oder die nächsten zwei Baumabstände Laufen. Und so weiter.
Jeder kann für sich eigene Abstände wählen. 
Diese Methode ist nicht so anstrengend wie das Dauer joggen und man kommt trotzdem schnell voran. Auch mit dem Rucksack.  Es ist auch eine sehr gute Fitness Trainingsmethode. 
Ich nutze diese Methode auch oft, wenn ich auf Touren unterwegs bin, besonders auf geraden und öden Strecken.