Samstag, 25. April 2020


Biwak - eine kleine Survivalanleitung

Kleines Biwak mit 7 Gegenstände

Ich habe meinen letzten freien Tag nochmal genutzt, und eine Nacht im Wald verbracht.
Als Ziel hatte ich, mit nur 7 Gegenstände auszukommen und alles andere im Wald zu ergänzen.



Die Wälder sind derzeit knochentrocken und ein Feuer ist daher nicht möglich!

Für dieses Jahr habe ich das Feuermachen abgeschrieben. Vielleicht wird es mal noch an öffentlichen Feuerstellen möglich.
Von daher habe ich voll auf Gaskocher umgestellt, was auch noch viele Vorteile hat. 
  • es geht schnell
  • nimmt kaum Platz bei der Ausrüstung
  • eine saubere Sache
  • man bleibt unendeckt und ist nicht schon von weitem sichtbar
  • dadurch entfällt auch der Stress mit der ständigen Angst, entdeckt zu werden
  • es gibt auch keine Rauch oder Geruchsentwicklung

                                                                                             


Meine Ausrüstung für dieses Biwack

  • Gaskocher
  • US-Poncho
  • Schlafsack
  • US- Feldflasche mit integriertem Becher
  • Beutel vom Kletterbedarf fürs Sammeln von Wildpflanzen und Notnahrung
  • Victorinox Taschenmesser
  • Feuerzeug
  • Kleine Taschenlampe am Schlüsselbund 
Die letzten 3 Dinge sind gleichzeitig auch meine minimalste Ausrüstung, die ich immer täglich immer bei mir habe. Auf Neudeutsch wird das gerne auch mal EDC genannt. Every Day Carry!



Die Säge am Messer halte ich für sehr wichtig, sie sägt sehr gut und man kann geräuscharm auch dickere Äste durchsägen. Noch dieckere Äste kann man zwischen 2 Bäumen abbrechen. Die Größe und Schärfe des Messers ist für die meisten Anwendungen völlig ausreichend. Große Messer werden überbewertet. Aber ja, jedes Werkzeug hat seinen Einsatzweck.




Den US- Poncho habe ich als Hudson - Bay - Tragesack genommen. Eine gute und praktische Möglichkeit für einen Rucksack Ersatz.



kann man auch schöner wickeln




Darin wird der Schlafsack eingewickelt und weiter Gegenstände wie Kocher, ein Pullover oder Jacke etc. kann man noch im Schlafsack verstauen. Mit den Schnüren kann man die Plane spannen, was ich diesmal aber nicht gemaht habe.

Mit dieser spartanen Ausrüstung musste einiges ergänzt werden, die Nahrung und die Isomatte.

Das Waldläuferbett

Direkt mit dem Schlafsack auf dem Boden liegen wird kalt und ungemütlich, daher ist eine gute Bodenisolation wichtig.
So habe ich eine einfache Form des Waldläuferbetts gemacht.









 Wildschweine

Ich bin bequem und warm gelegen, nur haben sehr nahe grunzende Wildschweine und andere Tiere, mich doch um die ein oder andere Stunde schlaf gebracht.
Allerdings war ich mir sicher, dass die Wildschweine genauso Respekt vor Menschen haben, als wir vor ihnen. Daher bin ich weiter im Schlafsack geblieben, habe aber ein bisschen geraschelt, um zu zeigen, sie sind nicht alleine. Wahrscheinlich haben die mich aber eh schon längst gerochen und blieben auch nicht allzulange.
Ich wusste ja schon im Vorfeld, die Stelle, an der ich biwakiere ist mit Tierbesuch zu rechnen, obwohl ich keine Tierpfade in der Nähe sah. 
Deswegen lege ich immer Reisig um mein Lager, als kleinen Schutzwall und zur eigenen Beruhigung. Denn auch die Tiere suchen sich meist immer den bequemen Weg.
Aber diese Nacht hat mir gezeigt, in Zukunft wird mein Schutzwall größer werden.

Totholz als Schutzwall



Nahrung

Unterwegs findet man viele essbaren Pflanzen, leider sind sie meist auf Dauer nicht richtig stärkend.
Ich grub Klettenwurzeln aus, verwendete die Blattstängel von der Klette und vom Wiesen- Bärenklau, und nahm noch einige Blattkräuter dazu, Brennnessel und Wald- Ziest. Das war dann mein Abenessen und zum Frühstück hatte ich einen Fichtennadel Tee.

Wenn man weiß, man ist nicht lange unterwegs, reicht das völlig aus. Aber ist man länger draussen, muss man sich viel mehr Zeit zum Sammeln nehmen und um tierische Notnahrung kommt man nicht herum.


Große Klette

Wurzelgraben mit Grabstock

Klettenwurzel, es gibt schönere

Klettenblattstiele

Wurzelausgraben

Abendessen



Die Stiele von der Klette und dem Wiesenbärenklau werden geschält und besonders von den Klettenstielen wenn möglich die Fasern entfernt. Kleingeschnitten auf 2-3cm und gekocht. Die Wurzeln mit dem Messer sauber gescharbt, kleingeschnitten und auch gekocht. Die Blätter habe ich einfach zerissen und auch mit ins Kochwasser hinein. Je nach Gefühl 10 - 20 Minuten kochen.
Die geschälten Klettenstängel kann man auch unterwegs roh essen, die Fasern ausspucken. Leicht bitter. Die geschälten Wiesenbärenklau Stängel kann man auch roh essen und schmecken sehr gut.


Waldziest


 
links Gundermann rechts Waldziest

 
Wiesenbärenklau

Einige Impressionen vom morgenlichem Wald

der Tag beginnt so langsam

es wird heller



so liegt man da im Dunkeln

Keine Kommentare:

Kommentar posten