Samstag, 14. März 2015

Wildpflanzenkunde ist erlernbar- Bärlauch - Maiglöckchen

Aus vieljähriger Erfahrung und Gesprächen mit vielen Leuten über Wildkräuter und Essbares aus der Natur, weiß ich, dass es ein großes Interesse daran gibt, aber auch oft eine große Unsicherheit wegen Verwechslungen und Verunreinigungen.

Wer nicht mit der Natur aufgewachsen ist, hat einen gewissen Respekt vor der heimischen Botanik.
Das ist zuerst mal nichts schlimmes und auch verständlich.
Es ist einfach ein unbekanntes Terrain, mit dem man erst noch vertraut werden muss.

Ich kann mir auch nicht so einfach über Bücher oder das Internet schnell etwas über die Elektronik aneignen und meinen, alles selbst reparieren zu können.
Es ist und bleibt ein fremder Beruf und Bereich für mich.

Ähnlich ist es auch mit den Wildpflanzen in der Natur.


Wildpflanzenkunde ist erlernbar

Bis heute überlege ich mir, wie ich in diesem Blog, aber auch persönlich in Kursen, unbedarften Leuten die Angst vor der Unsicherheit mit den Pflanzen nehmen kann.
Und ganz besonders möchte ich in allen eine große Freude und Interesse an unserer heimischen Natur und Wildpflanzen erwecken.

Daher werde ich auch noch öfters weitere Berichte dazu bringen. Aber auch ich bin nicht perfekt und nicht allwissend.

Heute möchte ich über die Verwechslungen von Bärlauch, Aaronstab und Maiglöckchen schreiben.

Bärlauch - Maiglöckchen - Aaronstab

Jetzt sehr aktuell ist die Bärlauch Zeit. Eine große Freude für alle Wildkräutersammler, die schon lange darauf gewartet haben. Man kann es auch als der Anfang der neuen Kräutersaison nennen.

In einigen Bildern möchte ich jetzt auf  Verwechslungsgefahren bei diesen Pflanzen hinweisen.

Ich weiß, dass so ein Beitrag dafür nicht ausreichend genug ist. Ich habe extra Bilder gemacht, welche auf die Verwechslungen gut hindeuten können.

Aber, wenn man sich von einem Fachkundigen einmal diese Unterschiede gut erklären lässt oder einen Kurs, Kräuterwanderung usw. mitmacht, kann man diese Pflanzen leicht unterscheiden lernen.

Bärlauch
junger Bärlauch

junger Bärlauch und Scharbockskraut

Einige Hinweise zum Bärlauch:
  • Bärlauchblätter sind weich und am Rand oft gewellt
  • jedes Blatt kommt einzeln am Stiel direkt aus dem Boden
  • Blattunterseite ist stumpf
  • der Blattstiel ist im Querschnitt dreieckig
  • die Blätter riechen stark nach Knoblauch.
  • die Geruchsprobe ist sehr tückisch. hat man einmal den Geruch des Bärlauchs an den Händen, wird alles was wir anfassen danach riechen. 

Aaronstab
Es ist wichtig den Aaronstab zu kennen, weil er mit dem Bärlauch gemeinsam vorkommen kann.
Im älteren Zustand kann man ihn eigentlich nicht mehr mit Bärlauch verwechseln.

ganz junger Aaronstab

gerolltes Aaronstabblatt

Aaronstab

Einige Hinweise zum Aaronstab:
  • Blattform ist mehr Pfeilspitzig
  • die Blätter sind härter und krautiger, als beim Bärlauch
  • haben keinen Knoblaauchsgeruch

Maiglöckchen

junge gerollte Maiglöckchenblätter


Maiglöckchen 


Hinweise zum Maiglöckchen:
  • Blattunterseite glänzend
  • Blatt härter als Bärlauch und Rand nicht so gewellt
  • Blätter wachsen meist paarweise am Stiel
  • kein Knoblauchgeruch 
  • kommt oft etwas später als der Bärlauch (Region bedingt)
  • Stiel hat einen runden Querschnitt
  • junge Maiglöckchen kommen immer gerollt hervor



Es gibt auch noch eine gewisse Verwechslungsgefahr mit Krokusse.
Aber die Krokusse wachsen in der Regel nicht im Bärlauch Gebieten im Wald.

Hier ein Bild von kleinen Tulpen. Die Blätter sind aber kräftiger als beim Bärlauch oder Maiglöckchen

kleine Tulpen

Wenn man unsicher ist

Man kann nicht immer alles wissen und erkennen. Das ist aber auch gar nicht so schlimm und soll uns auch nicht vom Sammeln abhalten.
  • ist man unsicher, lässt man es stehen
  • man sammelt nur Pflanzen, die man wirklich eindeutig erkennen kann.
  • ob Tulpen oder Maiglöckchen ist in diesem Fall egal, weil beides nicht auf dem Speiseplan steht.
  • in der Regel kennt man die essbaren Pflanzen die man sammelt mit der Zeit sehr genau. Ansonsten stehenlassen. Passiert mir auch manchmal.
  • wenn man die giftigen Vertreter einer Pflanzenart oder Familie kennt und ausschließen kann, sind Verwechslungen ziemlich unproblematisch. Dafür braucht es auch einige Erfahrung.
  • Verwechslungen müssen nicht immer giftig sein. Meist sind es nur kulinarische, geschmackliche Entgleisungen 

Herbstzeitlose
Nur mit sehr großem Unwissen kann man die Blätter der Herbstzeitlose mit Bärlauch verwechseln.
Herbstzeitlose mit wildem Schnittlauch

Herbstzeitlose auf einem Wiesenhang


Die Herbstzeitlose kommt hauptsächlich auf feuchteren Wiesen vor und eigentlich nicht an den Bärlauch Stellen im Wald. Obwohl der Bärlauch auch gerne an feuchteren Stellen steht.
Zur Bärlauchzeit sind die Blätter auch noch sehr groß vom Vorjahr. Viel größer, als es der Bärlauch jemals sein wird.
Die lange Blätter kommen breit aus dem Boden heraus und sind viel kräftiger, fleischiger und breiter als der Bärlauch.


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