Dienstag, 6. Februar 2018

Machen Spartipps Sinn? Was bringen sie wirklich?

Anregungen, Tipps und Ideen zum Sparen gibt es heute wie Sand am Meer. Es gibt schon eine sehr große Zahl an Büchern und unzählbare Mengen an Videos und Informationen dazu im Internet und andere Medien. Ich habe ja selbst auch schon hier im Blog öfters etwas dazu geschrieben.

Kurzer Rückblick


Schon seit meiner Kindheit lebe ich nicht verschwenderisch und lernte schon früh das Sparen. Wollte ich früher etwas haben, ein Fahrrad, Kassettenrekorder, eine Schallplatte, den Führerschein oder das erste gebrauchte Auto, so habe ich darauf sparen müssen. Mit etwas Glück haben dann die Eltern, Omas usw. dann noch etwas daraufgelegt. Sparen auf große Anschaffungen wurde von der Familie als Belohnung schon unterstützt, außer unsere Eltern waren total gegen diese Wünsche.
Auch Geburtstage und Weihnachten waren damals sehr wichtig für uns, weil wir da oft Wünsche erfüllt bekamen, die für unser Taschengeld schon recht teuer waren.

Einen Kauf auf Pump oder Schulden machen, kam für uns als Jugendliche nie in Frage.
Etwas zu kaufen, wenn  man das Geld dazu nicht hatte, war für uns undenkbar. Dazu hatten wir das Glück, dass wir gar nicht die Möglichkeit hatten, uns als Kinder und Jugendliche so zu verschulden,wie es heute leider möglich ist. Das hätten die Eltern auch niemals zugelassen.

Da wir ständig irgendwelche größere Wünsche hatten, habe ich mit meinen Freunden immer in den Ferien irgendwelche Ferienjobs angenommen und haben auch sonst nach Einkommensmöglichkeiten gesucht. Ich habe lange Zeit als Schüler fast jeden Samstag an einer Tankstelle gearbeitet. Das war damals wirklich gutes Geld.  Für meine Freunde und mich war das selbstverständlich und hat auch Spaß gemacht. Nebenbei habe ich bei den vielen Firmen, wo ich gejobbt habe, auch Dinge gelernt, von denen ich heute noch Nutzen davon habe.
Und das Schönste war, wenn wir endlich unser Sparziel erreicht hatten, wir es viel freudiger und länger genießen konnten, als das heute meist der Fall ist.

Die unzähligen Spartipps


In den letzten Jahren habe ich sehr viele Bücher, Internetseiten, Blogs und Foren gelesen und viele Videos geschaut, zum Thema sparen.
Mein erstes Fazit, der große Clou ist nirgends dabei und das meiste wiederholt sich ständig und wird immer wieder neu aufgemacht dargestellt. Das kann jeder, der sich nur ein bisschen mit diesem Thema befasst, sehr schnell feststellen.

Es ist schön und motivierend, solche Berichte zu lesen und Videos anzuschauen, aber was bleibt im Endeffekt wirklich davon hängen und wie erfolgreich sind diese Tipps?
Fast jede Zeitschrift hat heute Spartipps und sie gehören dazu, wie das wöchentliche Horoskop.
Und genauso Oberflächlich sind sie in der Regel auch.

Ohne Geld geht heute nichts. Weder Reisen, noch Mode oder sonstiger Konsum. Dementsprechend können wir auch überall in diesen jeweiligen Sparten Spartipps finden, den Sparen soll ja nur dem Zweck dienen, unsere Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen. Denn irgend jemand will immer an unser Geld. 
OK, das ist nicht ganz falsch und Geld ist nun mal das heutige Zahlungsmittel weltweit. Und wenn wir etwas möchten, dann brauchen wir auch das Geld dazu.

Also Sparen für den Konsum!

Warum klappt es nicht so recht mit dem Sparen?


Dazu gibt es mehrere Antworten, auf die ich auch zurückkommen werde, aber zuerst der Wichtigste Gedanke dazu.

"Der Betrag, den wir tatsächlich sparen können ist in der Regel sehr gering!"

Die heutige Löhne sind oft nicht mehr so berauschend groß, oder anders gesagt, bei vielen bleibt nach Abzug aller Kosten nicht mehr viel übrig. Das ist unabhängig vom Verdienst. Wer mehr verdient hat nicht unbedingt mehr Geld übrig, weil der Lebensstil und die Kosten dann meist auch dementsprechend höher ist. 

Ein kleines Rechenbeispiel:
Einkommen 2000€. Miete, Fixkosten usw. 1200€. Lebensmittel, Auto, Sonstiges 600€. Da bleiben rechnerisch 200€

Theoretisch bleiben 2400€ im Jahr übrig.
Das reicht nicht für große Sprünge und mit Sparen ist da auch nicht viel drin.
Auf diese (Milchmädchen) Rechnung werde ich im nächsten Teil noch einmal eingehen.

Diese Rechnung muss jeder für sich mit seinen eigenen Zahlen durchgehen.
Kommt eine Autoreparatur, kaputte Waschmaschine und ein Urlaub dazu, ist man eher im Minus als im Plus.
Das ändert sich auch nicht, wenn wir einen "Coffee to go" mehr oder weniger trinken.
Dieser Kaffee gehört ja zum Standard der Spartipps. 

Die Lage scheint hoffnungslos zu sein.

Wie kann man sparen und bringen Spartipps doch etwas?


Sie bringen viel, wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind.
Und das ist zuallererst die mentale Einstellung dazu.

Wir müssen uns ganz klar sein, dass wir nur ein Gewisses Einkommen haben und mit diesem auch zurecht kommen müssen.
Dieser Standpunkt ist heute leider etwas unpopulär, da eine riesige Kreditwirtschaft und auch die gesellschaftlichen Gepflogenheiten und etwas anderes vorgaukeln wollen.

Nicht nur Wollen, sondern sehr hartnäckig darauf hinarbeiten.
Ständig werden wir mit Kreditangeboten, 0% Finanzierungen, Kaufe jetzt- zahl später! usw. überhäuft.
Es ist heute eine Selbstverständlichkeit, wenn wir für etwas das Geld nicht haben, mal schnell einen Kredit aufnehmen oder ein Finanzierungsangebot mit kleinen Raten in Anspruch nehmen.
Das gehört heute zum guten Ton. Nur nicht auf etwas verzichten. Das macht man heute nicht mehr.

Sparen, wie es noch in meiner Kindheit in den 80er Jahren und noch früher natürlich, üblich war, gibt es heute nicht mehr. Es wird sogar oft darüber gelacht, wenn man von früher erzählt. Wir sind ja heute so modern und fortschrittlich.

Aber egal wie fortschrittlich wir heute sind, die Ausgangslage, dass wir nur einen Gewissen Geldbetrag zur Verfügung haben, ändert sich nicht.

Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass die ganzen Spartipps, die heute so verbreitet werden, nur zur Gewissenberuhigung dienen, um den bisherigen Lebensstil weiterzuführen, aber die finanzielle Lage im Gesamten nicht ändern!

Um wirklich einen brauchbaren Nutzen der Spartipps zu haben muss man seine Grundeinstellung zum Geld ändern und auch bereit sein, den Lebensstil oder die gängigen Meinungen die es zum Geld heute gibt, überdenken.

Einfache Formel zum Geld:
Wir können nicht mehr ausgeben, als wir zur Verfügung haben. Und Sparen können wir nur von dem, was nach allen unseren Ausgaben übrig bleibt.

An dieser Schraube, dass am Ende des Monats mehr übrig bleibt als bisher, kann man drehen.
Dazu werde ich in den nächsten Tagen einen weiteren Beitrag schreiben


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