Montag, 26. Januar 2015

Survivaltraining in Deutschland

Immer wieder stößt man auf die Behauptung, richtiges Überlebenstraining ist in Deutschland gar nicht möglich.

Meist wird es damit begründet, dass es bei uns keine richtige Wildnis mehr gibt und wegen den gesetzlichen Einschränkungen und wir kaum noch große zusammenhängende Waldgebiete haben.
Ich halte das für schlichtweg falsch.

Selbstverständlich sind wir eingeschränkter und nicht so frei,als in Skandinavien, Kanada oder der russischen Wildnis. Trotzdem ist in Deutschland auch vieles möglich.

Das schließt natürlich nicht aus, dass ein langjähriger Survivor auch mal seine Grenzen an wirklich wilden Gebieten dieser Erde ausprobieren will.

Perfektes Trainingsgebiet Deutschland

Ich halte Deutschland für das perfekte Trainigsgebiet. Ja, die oben genannten Argumente sind zum Teil richtig, aber kein Hindernis.

Es gibt nur noch wenige Länder, in denen wir solche Möglichkeiten haben, wie bei uns in Deutschland, aber ich denke auch in Österreich und der Schweiz wird es noch genauso sein.

Beste Voraussetzungen:
  • Unser Rechtssystem ist gar nicht mal so einschränkend, wie oft gesagt wird und es lässt überwindbare Grauzonen zu. 
  • In ganz Deutschland haben wir freies Begehungsrecht in den Wäldern. Wir können uns generell sehr frei bewegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
  • Wir haben bei uns sehr gute Weiterbildungsmöglichkeiten, z.B. in Volkshochschulen. Wildkräuter Kurse, Erste Hilfe Kurse, Kampfsport Möglichkeiten, Kletter Kurse, Wissensbildung, Möglichkeit zum Angel- oder Jagdschein, Bibliotheken, Survivalschulen und so vieles mehr. Wer da für sich nichts passendes findet und diese Möglichkeiten nicht wahr nimmt, ist hilflos verloren. Dem kann man nicht mehr helfen, leider.
  • Es gibt bei uns auch gute Vereine wo man viel lernen und Gleichgesinnte finden kann. Alpenverein oder Skiclubs, wo es auch sehr viele Outdoorkurse zum Weiterbilden gibt, Kletterhallen, Wandervereine, Pfadfinder, Rotes Kreuz, DLRG u.a. An manchen Angeboten kann man auch teilnehmen,ohne Mitgliedschaft.
  • Wir haben eine gute Infrastruktur und können leicht sehr schnell überall hinkommen.
  • Es gibt noch mehr Vorteile, aber ich belasse es jetzt dabei.

Die Einschränkungen

Bei uns gibt es das Verbot, kein Feuer zu machen.
Dieses Verbot ist bei unserm dicht besiedeltem Land und der intensiv bewirtschafteten Wäldern verständlich. Ein Waldbrand kann große Schäden verursachen.
Obwohl ich mich auch öfters mal über das Feuerverbot aufrege, habe ich doch Verständnis dafür.
Ich kann mit der Rechtslage gut leben.

Trotzdem gibt es bei uns die Möglichkeit, viele freie Feuerstellen zu nutzen
Ein Anfänger sollte zuerst immer nur an solchen Stellen das Feuermachen üben. Das schmälert den Survival Flair nicht.
Dazu gehört es auch, alles über die Sicherung einer Feuerstelle zu wissen und wie man eine Feuerstelle ordnungsgemäß wieder verlässt. 
Ich habe an solchen Stellen, mitten im Wald, schon Feuer gemacht und der vorbei fahrende Förster hat nicht mal angehalten. 

wildes Feuer


Wer das Feuer gut beherrscht kann später auch an guten Sicht geschützten Stellen, auch ein "wildes Feuer" machen. Das natürlich auf eigenes Risiko, mit dem Wissen, wenn man erwischt wird, eine große Geldstrafe fällig wird.
Die Regel, Feuer 100m vom Wald entzünden ist für jemanden, der im Wald biwakiert ja nicht anwendbar.

Wenn ich ein wildes Feuer mache, schaue ich immer, dass ich  Erd- oder Lehmboden habe, säubere gut den Boden, grabe eine kleine Grube und halte das Feuer nicht größer als nötig.Wenn die Dämmerung einbricht und es immer dunkler wird, lösche ich das Feuer, damit ich nicht gesehen werden kann. Nachts kann man das Feuer viele 100m weit sehen. 

Im Hochsommer, wenn die Waldbrandgefahr so groß ist, dass sogar an den offiziellen Feuerstellen Feuer Verbot ist. werde ich niemals ein Feuer entzünden. 
Das mache ich den Kompromiss und nehme einen Gaskocher mit. Der hat zwar auch ein kleines offenes Feuer, aber dieses Risiko nehme ich in Kauf.
Diesen Kocher stelle ich dann auf einen großen Stein oder einen Baumstumpf.

Ein Hobo Kocher ist da auch schon wieder fraglich, wegen der Asche Entsorgung und dem etwas größerem Feuer.
Da bei Waldbrandgefahr sogar das Zigaretten rauchen verboten ist, sind natürlich auch Gas- oder Hobo Kocher nicht erlaubt.

Hier mal ein Bild von einem Camp mit "wildem" Feuer. Kurz danach habe ich das Feuer ausgemacht, den es wurde dunkel.




Feuer an offenen Feuerstellen hat auch den Vorteil, man kann viele Dinge in Ruhe ausprobieren, ohne die ständige Angst im Nacken, erwischt zu werden.

Bei längeren Wanderungen richte ich oft, nicht immer, meinen Weg oder den Zeitplan auch nach den offenen Feuerstellen. Eine gute Karte ist da sehr hilfreich. Dann koche ich z.B. gemütlich mein Abendessen und suche dann in der Nähe, je nach Uhrzeit oder Helligkeit,meinen Schlafplatz.
So kann ich die Sache viel entspannter angehen.

Wenn das Camp dann steht und ich nicht zu müde bin, mache ich manchmal noch ein kleines Feuerchen, der Romantik wegen.
Aber der Hauptstress, kochen usw.ist dann schon vorbei. So kann ich dieses Feuer ruhiger genießen.

Das Thema wird fortgesetzt ....






Kommentare:

  1. Dank dir für die Erinnerung, lg Christine

    AntwortenLöschen
  2. Hey Ingo. Guter Artikel und vor allem mal ein sehr realistischer. Ich bin auch viel in deutschen Wäldern unterwegs und genieße das sehr. Die Hauptstadt Einschränkung ist ja das Feuer und damit kann man ja schon umgehen...

    Grüße Aaron.

    AntwortenLöschen
  3. Hier fehlt definitiv der Hinweis, dass auch die Übernachtung im Wald untersagt ist!

    AntwortenLöschen
  4. Die Übernachtung/ Biwakieren und einiges mehr, werde ich in einem weitern Teil bringen.
    Aber Danke für den Hinweis.

    AntwortenLöschen