Sonntag, 23. November 2014

Mobbing erkennen

Wie ich schon im ersten Teil geschrieben habe, ist Mobbing nicht immer sofort  und einfach zu erkennen.

Wenn man merkt, man ist mehreren ungerechten und nicht ganz nachvollziehbaren Situationen  und Anschuldigungen ausgesetzt, sofort einige dieser Vorfälle zuhause in Ruhe noch einmal durchgehen.

Dabei überlegen: Sind die Anschuldigungen berechtigt?
                            Was habe ich zu dieser Situation beigetragen?
                             Habe ich falsch gehandelt?

Kommt man zu dem Ergebnis, es liegt nicht an einem selbst, muss man sofort die ersten Schritte einleiten, um eine Eskalation im Keim zu ersticken.

Aber das ist ein sehr schwerwiegender und gut zu überlegender und zu planender Schritt.
Denn ab hier werden die Karten neu gemischt. An diesem Punkt kann man schwerwiegende Fehler machen.
Daher ist hier mein Rat, nicht sofort aggressiv reagieren und schon gar nicht den gegenüber mit dem Begriff Mobbing konfrontieren.
Aber  ab jetzt wachsam sein!

Der erste Vorfall kann ein Zufall sein oder es liegt daran, dass der Gegenüber einen schlechten Tag hat. Das haben wir alle mal, wir schauen darüber hinweg.

Beim zweiten Mal werden wir schon etwas zur Sache sagen, aber ruhig und gelassen.
An der Reaktion des Gegenübers können wir schon viele Fakten für uns erkennen.
Wir nehmen dies zur Kenntnis und lassen es noch mal auf uns beruhen.

Beim dritten Mal wissen wir, dass ist kein Zufall, das ist Absicht und mit System.
Darüber können und dürfen wir jetzt nicht mehr hinwegsehen.

Das Abwarten und erst beim dritten Mal zu richtig zu reagieren, halt ich für sehr wichtig.
Aus folgenden Gründen:

  • ich kann erkennen, das nicht ich schuld für die Angriffe bin.
  • ich kann ein System dahinter erkennen.
  • ich habe jetzt Gewissheit, dass es gerechtfertigt ist, wenn ich mich ab jetzt wehre und Gegenmaßnahmen einleite.
Denn wenn wirklich Mobbing vorliegt, wird es nicht einfach und die kommende Zeiten werden sehr schwer werden. Auf einen solchen Kampf lässt man sich nicht leichtfertig ein.
Hier sollte man 150% sicher sein, dass es tatsächlich Mobbing ist und es nicht deswegen Mobbing wird, weil man die Situation falsch interpretiert hat.

Ist es aber Mobbing, wird mit voller Härte dagegen gesteuert. 
Aber soweit ist es noch lange nicht, Zuerst einmal wird auf anderen Wegen nach einer Einigung und Lösung gesucht.


Woran erkennt man Mobbing?


Mobbing liegt vor, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:
  • Jemand wird von Kollegen/ Vorgesetzten angefeindet, schikaniert oder diskriminiert.
  • Es besteht eine klare Opfer/ Täter Beziehung.
  • Die feindseligen Handlungen werden über einen längeren Zeitraum (mehrere Monate) häufig und systematisch vorgenommen.
  • Es gibt für die Handlungen keinen rechtlich zulässigen Grund, trotzdem soll jemand aber z. B zur Aufgabe seines Arbeitsplatzes gezwungen werden.
Auf der Webseite des DGB (Deutschen Gewerkschaft Bundes) kann man eine Liste mit 45 Handlungen finden, die auf Mobbing hindeuten.
Diese Punkte muss man zuerst einmal als Selbsttest durchgehen.
Je mehr man von diesen Punkten ankreuzen kann, desto deutlicher ist Mobbing nachweisbar.
Aber leider noch lange nicht vor Gericht!

Diese Handlungen haben in der Regel folgende Zielrichtungen:
  • Angriffe auf die Möglichkeit sich mitzuteilen
  • Angriffe auf die sozialen Beziehungen
  • Angriffe auf das soziale Ansehen
  • Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation
  • Angriffe auf die Gesundheit
Vorgesetzte 
mobben meist, indem sie Zuständigkeiten oder Aufgaben entziehen, systematisch Leistungen abwerten und/ oder sinnlose bzw. unter- oder überfordernde Arbeitsaufträge erteilen.

Was sind die Ursachen von Mobbing?


Die Gründe sind vielfältig,

Mobber:
Antipathie, Neid, Eifersucht, Angst vor Statusverlust oder Konkurrenz denken, Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes, Frustableitung, Rache, Ausgrenzung des Opfers wegen Andersartigkeit.

Mobbingopfer:
Selbstbewusstsein zu groß oder zu gering, geringe Sozialkompetenz, Neigung sich leicht angegriffen oder gekränkt zu fühlen, soziale Benachteiligung z.B. Alleinerziehende ...

Meine persönliche und oft beobachtete Erfahrung ist die, dass sehr oft die guten Leute und Mitarbeiter, die sich engagieren, neue Ideen und Verbesserungsvorschläge einbringen usw. sehr oft gemobbt werden und schlecht hinter ihren Rücken geredet wird.

Denn solche Mitarbeiter sind eine, meist eingebildete, Gefahr für die restlichen Kollegen.
Veränderungen werden nicht gerne gesehen und sie stören den betrieblichen Alltagstrott. 

Vorgesetzte können in solchen Mitarbeitern eine unliebsame oder unbequeme Konkurrenz sehen.

Organisatorische Ursachen: 
Auch die Struktur eines Betriebes kann unbeabsichtigt Mobbing fördern.
Unzureichende Abgrenzung von Zuständigkeiten und Aufgaben, Defizite im Führungsverhalten, hoher Leistungs- und Konkurrenzdruck, Umstrukturierungen, Outsourcing, unbesetzte Stellen, unzureichende Fehler- und Konflikt Struktur.

Was sind Mobbinghandlungen?

Zusätzlich zu den obigen 45 Mobbinghandlungen gibt es im Internet auf der Seite der Mobbingberatung- Sachsen eine Liste mit über 100 Mobbinghandlungen.
Da sind Mobbinghandlungen zu folgenden Punkten aufgelistet:
  1. Angriffe gegen Arbeitsleistung/ Leistungsfähigkeit
  2. Angriff gegen den Bestand des Beschäftigungsverhältnisses 
  3. Destruktive Kritik
  4. Angriffe auf die soziale Integration am Arbeitsplatz
  5. Angriffe gegen das soziale Ansehen im Beruf
  6. Angriffe gegen das Selbstwertgefühl 
  7. Angst, Schrecken und Ekel erzeugen
  8. Angriffe, gegen die Privatsphäre
  9. Angriffe gegen die Gesundheit und körperliche Unversehrtheit
  10. Versagen von Hilfe 
Die Waffenkammer der Mobber ist leider ganz schön groß. 
Und doch ist es nicht immer einfach, dagegen vorzugehen und vor Gericht Recht zu bekommen.

Im nächsten Teil geht es los mit den Maßnahmen gegen das Mobbing.

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