Samstag, 20. September 2014

Heilbronner Weg im Allgäu

Der Heilbronner Weg ist einer der schönsten und vielleicht bekanntester Höhenweg Deutschlands.
Der Weg ist als mittel-schwierig einzustufen, man braucht gute Kondition und sehr gute Trittsicherheit. Aber für geübte Bergwanderer sollte er kein Problem darstellen.
Von unerfahrenen Bergwanderern wird er aber, besonders wegen seiner Länge gerne unterschätz.

Der Heilbronner Weg ist nicht in jedem Allgäu Bergführer enthalten, aus eben diesem Grund.
Für normale Touris ist er sehr grenzwertig und solche Leute will man nicht leichtsinnigerweise da durch die Erwähnung des Weges hinauf locken.
Eine zeit lang hat man auch mal darüber diskutiert, ob man diesen Weg als Klettersteige einstufen soll. Das hat man dann aber doch gelassen. Was auch die besser Entscheidung ist.

Jedes Jahr Ende August führe ich den Heilbronner Weg bei Oberstdorf Für unsere Alpenvereins Sektion. So auch dieses Jahr wieder. Ich hatte 8 Teilnehmer, die ich zwar bei einem Vortreffen kennengelernt habe, weiß aber jedes Jahr nie, wie die Leute am Berg sind. Aber diese Gruppe hat es mit Bravour geschafft. Das ist nicht jedes Jahr so problemlos.

Abfahrt 

Freitag morgens um 6.30 Uhr trafen wir uns am ausgemachten Platz und fuhren dann mit dem Auto über die Autobahn Heilbronn- Stuttgart- Ulm Kempten- Oberstdorf, bis Faistenoy, zum Parkplatz Parkplatz Fellhorn Bahn. Gebührenpflichtiger Parkplatz, 3 Tage kosten 7,50€
Da trafen wir um etwa 10.30 Uhr die restlichen Teilnehmer, richteten unsere Rucksäcke, Schuhe usw. fertig für den Aufstieg. Kurze Zeit später ging es endlich los.

Aufstieg zur Rappenseehütte



Gut gelaunt und bei gutem Wetter, aber nicht zu sonnig, liefen wir Richtung Birgsau nach Einödsbach. Dort, im letzten Lokal vor dem eigentlichen Aufstieg, machen wir immer eine kleine Mittagspause, was auch nach der langen Autofahrt auch gut tut.


Zum Heilbronner Weg wähle ich immer den Aufstieg über die Rappensee Hütte. Er ist landschaftlich schöner und offener, als der Zustieg über die Kemptner Hütte und er ist um einiges länger. 
Da kann ich dann beim Aufstieg die Teilnehmer beobachten und mir ein Bild von der Kondition und Gehtechnik der Gruppe machen. Oft kommt es vor, dass bei diesem Zustieg schon Teilnehmer umgekehrt sind oder oben auf der Hütte sagen, sie gehen am nächsten Tag wieder zurück ins Tal und 
und treffen uns am Sonntag wieder. Bei diesem etwa 4,5 Stunden Zustieg sehen die Teilnehmer oft selbst, ob sie für den nächsten Tag genug fit sind.

Nach der Mittagspause marschieren wir weiter bis zur Petersalpe 1296m. Dort machen wir nur eine kurze Rast ohne Einkehr.
Die Petersalpe

Von dort aus geht es weiter zur Enzianhütte 1779m. Hier machen wir noch mal eine längere Pause mit Einkehr. Von dort ist noch etwa eine Stunde bis zur Rappenseehütte.

Die Rappensee Hütte ist besonders an den Wochenenden immer sehr voll und als größere Gruppe muss man unbedingt reservieren. 

Die Rappensee Hütte

Über Heilbronner Weg zur Kemptner Hütte


Am nächsten Morgen, der Himmel ist sehr zugezogen und Regen und Nachmittagsgewitter sind angesagt worden. Aber wir gehen um 7.20 Uhr mit guter Laune los. nach etwa 40 Minuten kommen wir zu dem Abzweig Heilbronner Weg und Abstieg nach Prenten (Österreich). Von da aus können wir auch schon den Weg zum Hohen Licht 2651m und den Zugang zum Heilbronner Weg sehen.


rechts Hohe Licht links gehts weiter HN- Weg,  oberhalb der Schneeplatte


Schlechtwetteralternative für den Heilbronner Weg

Sollte das Wetter sehr schlecht sein, bei starken Regen ist der Heilbronner Weg sehr gefährlich und bei Schneefall sowieso.
Von der Rappensee Hütte stiegt man hoch bis zum Abzweigschild nach Prenten. Dort steigt man über einen wunderschönen Weg ab. Ist man unten am Waldrand auf die Straße gekommen, schaut man links über der Straße nach der Bushaltestelle. Sie ist leider nicht überdacht, was bei Regen besonders unangenehm ist. Von dort fährt man mit dem Bus bis nach Holzgau und steigt genau da aus, wo die Sammeltaxis für die E5 Aspiranten warten. Von dort steigt man wieder hoch zur Kemptner Hütte über dieses Teilstück des E5. Etwas 3-4 Stunden. Wir haben es mal in gut 3 Stunden locker geschafft.
Dieser Weg ist auch bei Regen und leichten Schneefall machbar.

Weiter geht`s mit dem Heilbronner Weg

Nun steigen wir in eine etwa 100m hohe Wand ein, Zur Gabelung Heilbronner Weg- Hohes Licht.
Dieser eine Abschnitt ist der einzige bisher bekannte Steinschlag gefährdete Bereich. Es gibt sogar Bergschulen, die für diesen kurzen Abschnitt Helme mitnehmen. Ich persönlich halte es für übertrieben, aber diese Warnung möchte ich mitteilen.

Nach dieser Gabelung ist man bald beim Heilbronner Thörle, was der eigentliche Anfang des Heilbronner Wegs ist. Von da ist es nicht mehr lang bis zur etwa 5m hohen Leiter und der Brücke, die sofort anschließend kommt.

Die Brücke, genau die Grenze D- A
Zustieg Bockkarkopf



trotz Sommer war es doch sehr kalt und windig 


Dann geht man weiter in Richtung Bockkarkopf, den höchten Punkt des HN- Weg, 2608m.
Jeweils vor und nach dem Bockkarkopf gibt es einen Abstieg hinunter ins Waltenberger Haus.  
Das sind auch die zwei einzigsten Notabstiege, die es beim Heilbronner Weg gibt.
Nach dem zweiten Abstiegsschild hinunter zum Waltenberger Haus, ist der Heilbronner Weg offiziell beendet. Aber die meisten Leute laufen weiter bis zur Kemptner Hütte, was auch sehr zu empfehlen ist. Man verpasst sonst einiges.
Nun geht es weiter in Richtung Schwarzmilzferner, das berühmte Schneefeld des Heilbronner Wegs. Leider sind es nur noch traurige Überreste eines großen Gletschers. An den geformten Felslandschaft kann man gut die ehemaligen Ausmaße erkennen.

Schwarzmilzferner


vom Gletscher geformte Landschaft

Der Schwarzmilzferner war sehr vereist und sehr glatt. Gut wenn man Stöcke dabei hatte. Nach dem Schnee/ Eisfeld, hält man sich rechts in Richtung zur Kemptner Hütte. Will man noch auf die Mädelegabel 2645m muss man das Eisfeld weiter oben links verlassen. Das Wetter wurde deutlich schlechter, und die Wolken zogen kräftig zu. Aber es blieb noch trocken.


schlechte Sicht in Stratus Wolken 


Nach nicht so allzu langer Zeit klarte es wieder auf, und wir stießen kurz darauf ganz nah an eine Steinbockherde.





Der Weg nach dem Schneefeld zieht sich bis zur Kemptner Hütte ganz schön in die Länge, das wird gerne etwas unterschätz.
Pünktlich mit den ersten Regentropfen kamen wir dann in der Kemptner Hütte nach 6 Stunden erreicht. Durch das sehr unsichere Wetter haben wir uns sehr beeilt und haben den Weg genau in der angegebenen Zeit abgelaufen.
Die Kemptner Hütte ist immer sehr voll, besonders an den Wochenenden. Sie ist die erste Übernachtungshütte für die Alpenüberquerung E5. Sehr viele Bergschulen übernachten da und füllen die Hütte.

Abstieg von der Kemptner Hütte


Die ganze Nacht über hat es sehr stark geregnet und es regnete auch noch, als wir nach dem Frühstück uns an den Abstieg machten. Über Nacht waren die Berge oberhalb der Hütte weiß, der Regen wurde etwa ab 2000m zu Schneefall.
Bei Regen stiegen wir ab nach Spielmannsau. Er hörte erst kurz vor Spielmannsau auf.
Früh morgens sammeln sich viele Gruppen für den Weitermarsch auf den E5, Heilbronner Weg oder zum Abstieg. Eine ganze Völkerwanderung.
Schnee oberhalb der Hütte


viele Gruppen vor der Kemptner Hütte 


Der Abstieg dauert etwa 3 Stunden bis nach Spielmannsau. Der Weg geht durch eine tiefe Schlucht, die im Winter unpassierbar ist.

beim Abstieg im Regen

die letzten Schritte nach Spielmannsau

Von Spielmannsau fährt man mit dem Bus bis zur Haltestelle Renksteig, geht dort über die Straße und wartet auf den Bus zur Fellhornbahn.
Diese Tour war wieder mal wunderschön,

Kommentare:

  1. Der Heilbronner Weg ist ein Klassiker in den Allgäuer Alpen - an einem Tag konditionell sehr fordernd. Am besten mit Zwischenübernachtung, entweder auf der Kemptener Hütte oder der Rappenseehütte, machen

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  2. Inzwischen gehen viele über die Rappensee Hütte zum Waltenberger Haus. Kemptener hütte ist wegen dem E5 zu überfüllt.

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