Samstag, 13. September 2014

Pflanzeninhaltsstoffe

Bald habe ich die schriftliche Abschlussprüfung zur meiner Ausbildung als "Fachberater für Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen", Da bin ich nun fleißig am lernen und dachte, das wäre auch etwas für den Blog. Es gibt es so viele Begriffe, die man fast täglich hört und auch durch die Nahrung zu sich nimmt, aber doch nicht so einfach erklären kann. Weil es doch so zahlenmäßig schon einige wichtige Begriffe sind, werde ich dieses Thema in 2 oder 3 Teile bringen.    
Die Welt der Pflanzen ist so faszinierend und vielfältig und ich stehe erst am Anfang des Kennenlernens dieser wunderbaren Pflanzenwelt und ihren gesunden Nutzen für uns Menschen.

Für manchen mag es vielleicht etwas langweilig erscheinen, aber für jemanden, der sich mit Wildpflanzen und Kräutern beschäftigt, werden diese Begriffe und Inhaltsstoffe nicht uninteressant sein. Ich versuche mit wenigen Worten die wichtigsten Stoffe und Begriffe zu erklären.

"Unsere Heilmittel sollen unsere Nahrungsmittel sein, und unsere Nahrungsmittel sollen unsere Heilmittel sein".      Paracelsus

Jahrtausende lang war ausschließlich die Natur die Apotheke des Menschen. Waren Pflanzen unsere "grüne Medizin".

Phytotherapie = Pflanzenheilkunde


Der franz. Arzt Henry Leclerc hat diese Begriff in die medizinische Wissenschaft eingeführt.
Phytotherapie wird definiert als, Linderung, Heilung und Vorbeugung von Krankheiten, bis hin zu Befindungsstörungen durch Arzneipflanzen, Pflanzenteile oder pflanzliche Bestandteile und deren Zubereitung.
Diese Definition hat in der ganzen EU Gültigkeit.
Sie hat nichts mit homöopathischen und anthroposophischen Therapierichtung zu tun.

Phytopharmaka (pflanzliche Medikamente)

Phyton = Pflanze, Pharmakon = Arznei 
Sie zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass Nebenwirkungen selten vorkommen. Wenn sie aber vorkommen, sind sie gering und durch langjährigen Erfahrungen mit diesen Medikamenten bekannt und erforscht. Das heißt nicht, dass pflanzliche Heilmittel prinzipiell unschädlich sind und keine Nebenwirkungen haben.
Darum bei allen pflanzlichen Mittels die angegebene Dosis und Anwendung beachten.
Von gefährlichen Giftpflanzen lassen wir als Laien sowieso die Finger weg. Solche pflanzliche Medikamente nur in der Apotheke kaufen.

Die pflanzlichen Arzneimittel unterstehen der gleichen Qualitätsprüfung, wie auch die chemische Arzneimittel.

 Pflanzliche Inhaltsstoffe und ihre Wirkung auf den Körper


Kohlenhydrate und Zucker:
sind in der Pflanze am stärksten vertreten. Sie werden durch die Einwirkung von Licht aus Wasser und Kohlendioxid gebildet.

Es gibt verschieden Kohlenhydrate:

Zellulose: Ist der wichtigste pflanzliche Aufbau- und Gerüststoff. Sie sind Ballaststoffe und unverdaulich, aber unverzichtbar für eine geregelte Darmflora.

Pektine: Auch unverdauliche Ballaststoffe. Sie unterstützen eine gute Darmflora und verhindern, wenn sie reichlich in der Nahrung sind, die Vermehrung schädlicher Darmbakterien.
Pektine können Gelee bilden, deswegen setzt man sie auch in der Lebensmittelindustrie ein.

Stärke: Ist das wichtigste Kohlenhydrat in der Nahrung. Wird durch die Photosynthese, in den grünen Teilen der Pflanze, hergestellt. Und wird in der Pflanze in Speicherorganen wie Wurzel, Blätter und Früchten als Reservestoff gelagert.

Inulin (nicht Insulin): Besteht aus Fruchtzucker und ist auch ein Reservestoff der Pflanze.
Es ist besonders für die Diät bei Zuckerkrankheit von Bedeutung und ist am reichlichsten in den Wurzeln der Korbblütler, wie z.B. Löwenzahn und Wegewarten Wurzeln.

Saccarose (Rohr- und Rübenzucker): Besteht aus Trauben- und Fruchtzucker. ist hauptsächlich in den Früchten, Blüten und Säften der Pflanzen. Bsp. Süßgräser, Schilfrohr, Birkenwasser, Ahornsirup.

Fruktose (Fruchtzucker): Ist vor allem in reifen Früchten drin. Kann vom Organismus ohne Insulin verwendet werden, was besonders für Zuckerkranke von Vorteil ist.

Glucose (Traubenzucker): Ist die reinste Form von Kohlenhydrate bzw. Zucker überhaupt. Er ist besonders in reifen Früchten und Pflanzensäften drin und geht sofort ins Blut. Rascher Energielieferant.

Eiweiße (Proteine)

Eiweiße sind in vielen Pflanzen nur in geringen Mengen drin. Giersch und Brennnesseln haben einen hohen Eiweißgehalt.
Den höchsten Eiweißgehalt haben Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen, Bohnen. Die Proteine haben auch Enzyme, die sehr Temperatur empfindlich sind. Deshalb beim Sammeln, Lagern und Zubereiten der Heilpflanzen schonend vorgehen.

Fette

Fette sind in den Pflanzen meist in noch geringeren Mengen drin, als die Proteine. Sie sind für die Pflanzen Bau- und Reservestoff und sind hauptsächlich in Samen, Nüssen und Früchten vorhanden.
Besonders jetzt ist die Zeit, wo wir in der Natur viele fetthaltige Nüsse sammeln können.

Wirk- und Schutzstoffe in den Pflanzen


Vitamine 
Vitamine sind für die unzähligen vielen Stoffwechselvorgänge in unserem Körper nötig. Ohne sie läuft nichts!
Vitamine stellt der Körper nicht selbst her, sie müssen über die Nahrung aufgenommen werden.
Einzige Ausnahme das Vitamin D. 
Es wird durch die Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet.

Es gibt wasser- und fettlösende Vitamine.
Die fettlösende Vitamine kann der Körper nur in Verbindung mit Fett oder Öl aufnehmen.
Die fettlösende Vitamine sind: E,D,K,A
Alle anderen Vitamine sind wasserlöslich.

Der Mensch muss alle Vitamine zu sich nehmen.
Je nach Lebenslage, Krankheit, Sport, Stress usw. braucht er auch mal mehr Vitamine.
Vitamine sind sehr empfindlich gegenüber Wasser, Hitze und Licht. Dies muss beim Einkauf, Lagerung und Zubereitung beachtet werden.
zuviel wässern der Pflanze schadet den Vitaminen. Darum auch besser garen, als kochen.

Teil 2 kommt noch dieses Wochenende





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